Bauausschuss votiert für 4,3 Millionen Euro teures Projekt

Landkreis Northeim plant Radweg über den Bollert

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Der Weser-Radweg ist der beliebteste Radweg Deutschlands. Quer durch den Landkreis Northeim soll er mit dem Leine-Heide-Radweg verbunden werden.

Moringen – Mit einem Luxusradweg insbesondere für E-Bikes sollen die Radfernwege zwischen Leine und Weser verbunden werden. Erste Schätzungen sprechen von 4,3 Millionen Euro Kosten ohne den notwendigen Grunderwerb. Der Bauausschuss des Landkreises machte jetzt in seiner Sitzung in der Mensa der KGS Moringen einstimmig den Weg frei für die nächsten Schritte.

Das Braunschweiger Büro für Stadt- und Regionalentwicklung (BÖREGIO) stellte in der Sitzung die Ergebnisse einer vorbereitenden Untersuchung für die Planungen des Radweges zwischen Nörten-Hardenberg und Bodenfelde vor. Dabei packten die Mitarbeiter um Dr. Ing. Rainer Mühlnickel alles in die Planungen hinein, was des E-Bikers Herz begehrt. Dazu zählen unter anderen so genannten „multimodale Verknüpfungspunkte“.

Dahinter verbergen sich Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, an denen der E-Biker in den Zug oder in den Bus umsteigen kann, ohne dass er Angst um sein teures Gefährt haben muss, weil er es gesichert und überdacht abstellen kann.

Die Verknüpfungspunkte sollen in Nörten-Hardenberg und Hardegsen (je zwei), in Uslar und Ortsteilen (3), der Gemeinde Wesertal (3) und in Bodenfelde (2) entstehen. Die Planer schlagen unter anderen vor, an diesen Punkten 40 per SMS buchbare Fahrradgaragen (Stückpreis 9000 Euro) zu bauen, außerdem 37 Anlehnbügel zum Anschließen des Rades am Rahmen (200 Euro) und fünf Servicestationen (1900 Euro), an denen ein Platter repariert werden kann.

Auf der Strecke soll es zudem eine Ladesäule (6000 Euro), weitere 21 Anlehnbügel, acht neue Rastplätze ohne Schutzhütten, drei neue Rastplätze mit Schutzhütten und 18 Infotafeln geben.

Darüber hinaus soll die gesamte Strecke durchgängig asphaltiert und auf eine Breite von drei Metern ausgebaut werden.

Für die Ausbesserung der vorhandenen Fahrbahnen kalkulieren die Planer mit Kosten von 1,12 Millionen Euro, für die Asphaltierung von wassergebundenen Decken mit 2,87 Millionen und für die Verbreiterung von Fahrwegen mit 228 000 Euro.

Kleiner Trost für den Landkreis und die Kommunen: Die Förderquote beträgt bis zu 75 Prozent, für finanzschwache Kommunen gibt es sogar bis zu 90 Prozent.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel kündigte an, dass es demnächst eine Info-Veranstaltung für die betroffenen Eigentümer und Kommunen geben wird. „Wir müssen die Eigentümer bei den Planungen mitnehmen.“

Stefan Fiege (SPD, Bodenfelde) begrüßte das Projekt für seine Partei. „Das ist eine Aufwertung für die Kommunen.“ Werner Thiele (CDU, Wolbrechtshausen) machte Druck: „Wir warten auf die Ausführung.“ Zu der Frage nach öffentlichen Toiletten auf der Strecke kündigte er an, dass es die am Dorfgemeinschaftshaus in Wolbrechtshausen geben werde, außerdem die Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken.  

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