Kreis hofft auf Unterstützung aus mehreren Fördertöpfen von Bund und Land

Schnelles Internet: Weiße Flecken sollen bis Ende 2017 im Landkreis Northeim verschwunden sein

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Glasfaserkabel: Die hier an einem Verteilerpunkt zusammenlaufenden Leitungen sind Voraussetzung für die flächendeckenden Breitbandversorgung.

Northeim. Der Landkreis Northeim soll vom Herbst 2017 an flächendeckend mit schnellen Internetverbindungen in einer Größenordnung von 50 MBit pro Sekunde versorgt werden. Das hat der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer in einer Sitzung des Kreis-Finanzausausschusses angekündigt.

Das wäre ein Jahr früher, als die Bundesregierung als Ziel für Deutschland formuliert hat. Allerdings wird es zunächst einige Ausnahme geben. Größte werden die fünf Ortschaften Lauenberg, Hilwartshausen, Sievershausen, Lüthorst und Portenhagen der Stadt Dassel sein, die von einem privaten Dienstleister über Funk mit einer Rat von „nur“ 16 Mbit/s versorgt werden. „Das sind 36 Prozent unserer Haushalte“, sagte Dassels Bürgermeister Gerhard Melching. Er strebt an, dass auch sie mit dem schnelleren Internet ausgestattet werden.

Auch weitere Ortschaften im Kreis, in denen Kommunen in Vorleistung gegangen sind, um ihre Bürger mit schnellerem Internet auszustatten, sind davon betroffen. Heuer: „Damit gelten sie nicht als weißer Fleck.“ Er sagte weiter, der Kreis wäre bereit nachzulegen. Problem sei, dass Dassel für seine Bürger in Vorleistung gegangen sei. Der jetzige Anbieter müsse dazu die Ortschaften freigeben.

Möglich wird der weitgehend flächendeckende Breitbandausbau mit schnellen Verbindungen durch Zuschüsse von Bund und Land. Der Landkreis hofft, dass Land und Bund 95 Prozent der Investitionen übernehmen. Sie ist mit 10,6 Millionen Euro kalkuliert. Der verbleibende Betrag in Höhe von etwa 500.000 Euro soll von den Städten und Gemeinden sowie dem Landkreis Northeim aufgebracht werden. Der Ausbau muss europaweit ausgeschrieben werden.

Es wird erwartet, dass der Kreistag in seiner Sitzung am 12. Februar das Vorhaben befürwortet.

Der Landkreis hatte im Dezember 2015 ein Interessenbekundungsverfahren gestartet und abgefragt, ob und zu welchen Bedingungen Unternehmen bereit sind, die weißen Flecken im Landkreis Northeim mit einer Breitbandversorgung auszubauen. „Nach Abschluss dieser Abfrage ist festzustellen, dass mehrere Telekommunikationsanbieter Interesse geäußert haben“, so der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer. Eine Offerte ist demnach besonders hervorzuheben. Diese sieht vor, in den weißen Flecken 98 Prozent der Gebäude mit einer Breitbandversorgung von mit mindestens 50 MBit/s auszubauen. „Und das in einem Zeitraum von etwa 12 Monaten“, so Dr. Heuer weiter.

Für die Finanzierung hofft der Landkreis auf Unterstützung aus mehreren Fördertöpfen von Bund und Land. Ein erster Teilbetrag in Höhe von 1,9 Mio. Euro konnte bereits in Zusammenarbeit mit dem Südniedersachsenbüro eingeworben werden. Darüber hinaus hat der Landkreis Northeim Ende Januar sowohl beim Bund als auch beim Land weitere Förderanträge über eine Gesamtsumme von 8,2 Millionen Euro gestellt.

„Wenn die Gelder wie beantragt bewilligt werden, kommen wir auf eine sagenhafte Förderquote von über 95 Prozent“, berichtet Dr. Heuer. Der verbleibenden fünf Prozent ( 500.000 Euro) soll von den Städten und Gemeinden sowie dem Landkreis Northeim aufgebracht werden.

Geplant ist, dass die Entscheidung, welches Telekommunikationsunternehmen letztlich den Zuschlag für den Breitbandausbau erhält, im Frühsommer 2016 fallen soll. Vorher muss noch ein europaweites Vergabeverfahrens durchgeführt werden. Dieses soll unmittelbar nach der Beschlussfassung im Kreistag vorbereitet werden, damit die Ausschreibung für das Deckungslückenmodell im April veröffentlicht werden kann.

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