Barrierefreiheit ist das Ziel

Kreistags-Bauausschuss spricht sich für Umbau des Sitzungssaals im Northeimer Kreishaus aus

Das Kreishaus in Northeim
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Der Sitzungssaal im Kreishaus ist in dem fensterlosen Bereich über dem Eingang untergebracht. Weil das Flachdach undicht ist, kann er seit einem Jahr nicht mehr genutzt werden.

Northeim – Der marode Kreistagssitzungssaal in Northeim soll so saniert werden, dass er barrierefrei und vielfältiger als bisher nutzbar ist. Dafür votierte der Bauausschuss des Landkreises Northeim einstimmig. Auf Einzelheiten gingen weder Verwaltung noch Politik ein. Erst soll ein Planungsbüro einen Gestaltungsvorschlag machen. Der Kostenrahmen für diese sogenannte Variante 2 wird mit rund 850 000 Euro angegeben (wir berichteten).

Die Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderungen im Landkreis, Monika Nölting (Northeim), machte zu Beginn der Diskussion deutlich, dass sie nicht nur vom Sitzungssaal, sondern auch vom Foyer Barrierefreiheit erwartet. „Letztlich kommt sie allen zugute.“

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hatte zuvor unterstrichen, dass Pläne für einen Neubau des Kreishauses vom Tisch sein. „Die Zukunft der Arbeit wird eine andere sein“, sagte sie mit Blick auf die knapp 200 Homeoffice-Arbeitsplätze der Kreisverwaltung in der Coronakrise. Dadurch und durch die weitere Digitalisierung erwartet sie eine Entlastung beim Raumbedarf. „Es macht Sinn am Standort des Kreishauses festzuhalten.“

Der Chef der Kreisbauverwaltung, Ralf Buberti, favorisiert eine Beplanung der Sanierung mit Foyer, um die Barrierefreiheit mit Einbau eines Fahrstuhls zu gewährleisten. Werner Thiele (CDU) nannte die angestoßene Planung „den richtigen Weg“. André Neubauer (SPD) sah es genauso. Lothar Baumelt (Northeim 21) regte an, beim Bau insbesondere CO2-freie Baumaterialien einzusetzen.

Wenn es um die technische Ausstattung des Kreistagssitzungssaal in den kommenden Monaten gehen wird, wird auch das Thema Live-Streaming von Kreistagssitzung im Bauausschuss eine Rolle spielen. Der Finanzausschuss hatte sich in seiner Sitzung am Vortag bereits zu diesem Thema positioniert, dass auf einen Antrag der AfD-Fraktion zurückgeht.

Er votierte mit der Mehrheit von sechs Stimmen dafür, dass die Kreisverwaltung für die Durchführung von Live-Übertragungen Angebote einholen soll. Gedacht ist dabei sowohl an die Übertragung in Eigenregie als auch durch Dritte. Zurzeit berichtet der Landkreis mit Hilfe von Pressemitteilungen und einem Live-Ticker über diese Sitzungen.

Die Landrätin machte darauf aufmerksam, dass diese Frage auch schon vor dem AfD-Antrag im Raum gestanden habe.    

AfD: Kreishaus-Neubau wäre günstiger

Als exorbitant teure Kosmetik für eine baufällige Ruine haben der AfD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Maik Schmitz, und sein Fraktionskollege, der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Kestner, die Sanierungspläne für das Northeimer Kreishaus bezeichnet. Man könne nur hoffen, dass die Landrätin für diese Steuergeldverschwendung auch zur Verantwortung gezogen wird, meinte Kestner.

Angesichts eines Sanierungsbedarfs von rund 25 Millionen Euro für das Kreishaus und die übrigen Gebäude der Kreisverwaltung wäre ein Neubau effektiver gewesen. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel möge doch dem Steuerzahler erklären, wieso sie für die Sanierung und alle später anfallenden Sanierungskosten, die noch gar nicht genau feststehen, deutlich mehr Geld ausgeben möchte, als ein kompletter Neubau kosten würde, forderte Kestner.

Dabei erinnerten er und Schmitz daran, dass die AfD vorgeschlagen habe, auf dem derzeitigen Gelände der Kreisabfallwirtschaft ein neues Kreishaus zu errichten, nachdem diese ihren geplanten neuen Standort an der Deponie Blankenhagen bezogen habe.

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