Standort bald in Göttingen oder Northeim?

SPD-Kreistagsfraktion fordert Studienplätze für Hebammen in Südniedersachsen

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Eine Hebamme hört die Herztöne eines Babys im Mutterleib ab. Die Ausbildung soll ab 2020 nur noch als duales Studium angeboten werden.

Northeim. Das Land Niedersachsen soll in Südniedersachsen einen Hochschulstandort für die Hebammenausbildung einrichten. Dies fordert die SPD-Kreistagsfraktion in einer Resolution.

Die SPD-Kreistagsfraktion um ihren Vorsitzenden Uwe Schwarz hat die Resolution nun als Antrag in den Kreistag eingebracht. Dort sie von den Abgeordneten verabschiedet werden.

Damit soll als weitere Maßnahme dem Fachkräftemangel in diesem Bereich aktiv entgegengewirkt werden. „Gut qualifizierte Kräfte, die ihre Ausbildung beispielsweise im Raum Osnabrück absolviert haben, bleiben dort nach erfolgreichem Abschluss und kommen nicht bis nach Südniedersachsen“, erklärt Uwe Schwarz. Im Bereich der Pflegepädagogen sei beispielsweise genau dieses Problem der Fall, so Schwarz.

Anfang April antwortete die Landesregierung auf eine kleine Anfrage von Abgeordneten zur Hebammenversorgung in Niedersachsen, dass die Ausbildung gemäß einem Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium künftig als dualer Studiengang an bis zu vier Hochschulorten erfolgen soll.

„Der Kreistag des Landkreises Northeim spricht die Erwartung aus, dass ein entsprechender Studienstandort in Südniedersachsen eingerichtet wird“, heißt es dazu in der Resolution der SPD-Kreistagsfraktion.

Das Angebot einer fundierten Hochschulausbildung in der Region in Verbindung mit den dabei erforderlichen praktischen Anteilen in örtlichen Kliniken könne bewirken, dass Hebammen und Entbindungspfleger in der Region blieben und in hier ansässigen Kliniken oder als Selbstständige in ihrem gelernten Beruf praktizierten, erklärt Schwarz. 

Als mögliche Hochschulstandorte für den künftigen dualen Studiengang könnten unter anderem Northeim oder Göttingen in Betracht kommen. In beiden Städten gibt es Geburtenstationen, die den praktischen Teil der Ausbildung übernehmen könnten.

Bisherige Ausbildung zur Hebamme 

Die Hebammenausbildung dauert in Deutschland drei Jahre und findet an Hebammenschulen statt. Sie umfasst 1600 Stunden Theorie und 3000 Stunden praktische Ausbildung. Hebammenschulen werden geleitet von einer Lehrhebamme und einem ärztlichen Leiter. 

Sie sind an Krankenhäuser angegliedert. Die Ausbildung endet mit der staatlichen Prüfung. Bisher reichte die Mittlere Reife zum Absolvieren der Ausbildung. Ab dem 18. Januar 2020 sollen die Zugangsvoraussetzungen voraussichtlich auf Fachabitur oder Abitur angehoben werden.

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