Landkreis hat Vogelhalter zu Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen

Tödlicher Virus bedroht Geflügelbestände im Kreis

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Das Veterinäramt im Landkreis Northeim trifft Vorsorge gegen die drohende Vogelgrippe mit dem Virus H5N8.

Northeim. Vor einigen Wochen wurden in Deutschland erste Fälle von Vogelgrippe des Virustyps H5N8 gemeldet. Betroffen war ein Putenstall in Greifswald und eine Wildente auf Rügen. Auch in Holland und England gab es kranke Tiere, so dass die Behörden in etlichen Bundesländern die Stallpflicht ausriefen. Auch das Veterinäramt im Kreis Northeim trifft Vorsorge.

„Es handelt sich um einen hochansteckenden Virus,“ bestätigt der Leiter des Kreisgesundheitsamts und Kreisveterinär Dr. Siegfried Orban. Er ist heilfroh, dass es in Niedersachsen bislang keine Fälle der auch als Geflügelpest bekannten Krankheit gibt. Dies sei auch der Grund, dass der Landkreis Northeim auf eine Stallpflicht verzichtet habe. Zuvor habe es eine Risikobewertung gegeben, an der alle Veterinärämter in Südniedersachsen teilgenommen haben.

„Trotzdem haben wir alle Geflügelhalter aufgefordert, wachsam zu sein und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.“ Dazu gehörten die Abdeckung der Futterstellen, damit kein Kot von Wildvögeln, die den H5N8-Virus übertragen, ins Futter der Bestände gelangen könne.

Zudem hat das Kreisveterinäramt ein Merkblatt über das Krankheitsbild herausgegeben, und die drei Kreisveterinäre kontrollierten verstärkt Bestandsbücher der Halter.

Sollte sich die Vogelgrippe im Kreis Northeim ausbreiten, wäre ihre Bekämpfung eine kostspielige Sisyphusarbeit. Schließlich gibt es laut Dr. Orban im Kreisgebiet fast 1100 Geflügelhalter mit 383.000 Tieren, darunter sieben größere Hähnchenmastbetriebe, in denen allein 330.000 Tiere gehalten werden. Die beiden größten befinden sich in Westerhof und bei Moringen mit je 70.000 Tieren.

Auch wenn bislang kein Fall von H5N8-Ansteckung beim Menschen festgestellt wurde, müsse bei einem Geflügelpestausbruch stets der gesamte Bestand des jeweiligen Betriebes getötet werden. Fachleute warnen davor, dass der Virus auch auf den Menschen springen könnte, wenn er sich genetisch verändert. (goe)

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