Präventionsberater der Polizei mit Tipps in Wohngebieten unterwegs

Trotz Urlaubszeit nicht mehr Einbrüche im Kreis Northeim

Northeim. Obwohl in der Ferienzeit viele Häuser vorübergehend unbewohnt sind, gibt es derzeit nicht mehr Einbrüche als zur übrigen Jahreszeit.

Dieses Fazit zieht die Northeimer Polizei, nachdem es am vergangenen Wochenende mehrere Einbrüche und Einbruchsversuche in Kindergärten und Wohnhäuser im Landkreis gegeben hat.

„Bei den Wohnungseinbrüchen ist die Tendenz eher gleichbleibend. Lediglich bei Einbrüchen in Gewerbebetriebe, Büros und Diensträume verzeichnen wir derzeit einen leichten Anstieg“, erläutert Michael Freiberger, Leiter des Fachkommissariats 2 bei der Polizeiinspektion (PI) Northeim/Osterode.

So gab es im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 87 Wohnungseinbrüche im Landkreis Northeim, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 88 Einbrüche. Bei den Einbrüchen in Gewerbebetriebe, Büros und Diensträume stieg die Zahl der Taten von 86 im ersten Halbjahr 2015 auf 116 im ersten Halbjahr 2016.

Anhand der Auswahl der Objekte und der Arbeitsweise ließen sich Rückschlüsse auf die Täter ziehen, so Freiberger: „Durchreisende Tätergruppen aus dem Ausland haben sich eher auf Wohnungseinbrüche spezialisiert. Bei Einbrüchen in Büros oder Diensträume wie Kindergärten sind es eher Täter aus der Region, die sich auskennen.“ Hier sei die Beute oftmals gering. Hinter Einbrüchen in Gewerbebetriebe vermuten die Beamten hochspezialisierte Banden, die genau wüssten, was es dort zu holen gebe.

In der Bevölkerung sei durchaus eine Verunsicherung zu spüren, berichtet Dirk Schubert, Beauftragter für Kriminalprävention bei der PI. „Dennoch verhalten sich viele Menschen leichtsinnig, indem sie beispielsweise Fenster gekippt lassen, wenn sie einkaufen gehen.“ Aus diesem Grund intensiviert die Polizei in diesem Sommer ihre Präventionsarbeit: Präventionsberater sind derzeit in Wohngebieten unterwegs, um Tipps zu geben.

Zumeist würden die Täter die Objekte vorher ausspähen, berichtet Dirk Schubert. Deshalb sei die Polizei über jeden Hinweis von Anwohnern dankbar, die etwas Auffälliges in der Nachbarschaft bemerkt haben. „Es kann sein, dass die Täter vorher an der Haustür betteln oder das Grundstück fotografieren“, erklärt er. Wenn sich ein Fremder auffällig verhalte oder einfach nicht in die Umgebung passe, sollte die Polizei benachrichtigt werden, rät Schubert, „lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig.“

Rubriklistenbild: © dpa

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