Systemausfall bei den Kommunalen Diensten der Unistadt

Überhitzte Server in Göttingen legen auch Verwaltungen im Landkreis Northeim lahm

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Das Northeimer Kreishaus: Weite Teile der Kresiverwaltung sind infolge des Systemausfalls bei der KDG in Göttingen nicht arbeitsfähig. 

Göttingen/Northeim. Vom Systemsausfall bei den Kommunalen Diensten Göttingen (KDG) sind auch zahlreiche Verwaltungen im Landkreis Northeim betroffen.

„Derzeit sind weder in Einbeck noch in Uslar und in Northeim Kfz-Zulassungen möglich, da das in diesem Bereich eingesetzte Programm nicht zur Verfügung steht", teilte die Northeimer Kreisverwaltung auf Anfrage mit.

Auch die Fachbereiche Soziales, Finanzen, Sicherheit und Ordnung und Zentrale Verwaltung des Landkreises sind derzeit nicht arbeitsfähig. Außerdem lässt sich die Homepage des Landkreises Northeim nicht aufrufen. Auch Städte und Gemeinden des Landkreises sind von dem Ausfall betroffen.

Zu der Störung war es infolge eines Stromausfalls am vergangenen Donnerstag gekommen. Als der Strom wieder da gewesen sei, sprangen die Klimaanlagen zur Kühlung des Serverraums zwar wieder an, erklärte KDG-Vorstand Henning Schumann.

„Unglückliche Zufälle“

Doch dann sei es zu einer Verkettung unglücklicher Zufälle gekommen. „Bei einer fiel dann aber die Sicherung aus, bei der zweiten lieferte der Temperaturfühler falsche Werte“, so Schumann. Die Technik der Anlage dachte deshalb, die Temperatur im Raum sei angemessen und habe aufgehört zu kühlen.

Der nicht gekühlte Raum habe schließlich dazu geführt, dass einige Geräte überhitzten und ausfielen. „Zum Teil sind Bauteile in den Geräten kaputt gegangen.“

Die KDG, die Nachfolger der Kommunalen Datenverarbeitung Südniedersachsen (KDS) ist, arbeiten nun daran, die Server mit Hilfe von Datensicherungen (sogenannten Back-Ups) wieder neu zu bespielen. „Das zu beheben, dauert etwas“, sagte Schumann. Er geht aber davon aus, dass am Dienstag die Systeme den kommunale Verwaltungen in Südniedersachsen wieder zur Verfügung stehen.

Von dem Systemausfall bei den Kommunalen Diensten Göttingen (KDG) sind auch zahlreichen Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim betroffen. Nur die Verwaltungen der Stadt Northeim und der Gemeinde Kalefeld, die nicht an die KDG angeschlossen sind, sind voll arbeitsfähig.

„Vor allem die Mitarbeiter der Kasse und des Personalwesens sind in ihrer Arbeit stark eingeschränkt“, sagte ein Sprecher der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Das Bauamt komme mit der Situation einigermaßen klar, denn die eigene EDV laufe reibungslos.

In Nörten-Hardenberg macht sich der Ausfall der Datenleitung vor allem im Bürgerbüro bemerkbar. Das Beantragen von Personalausweisen oder Reisepässen sei nicht möglich.

Auch im Finanzwesen herrsche aktuell Stille. Betroffen sind ferner das Standesamt und das Friedhofswesen. Während das Internet zumindest zeitweise funktioniere, sei man vom E-Mail-Verkehr völlig abgeschnitten.

Auch in Hardegsen sind Standesamt, das Bürgerbüro sowie die Kämmerei und das Personalwesen nicht arbeitsfähig, berichtete Bürgermeister Michael Kaiser. Auch der Empfang und das Versenden von E-Mails funktioniere nicht.

Ähnlich sieht es nach den Worten von Bürgermeisterin Heike Müller-Otte in Moringen aus. Auch dort ist das Einwohnermeldeamt, das Standesamt und das Personalwesen ohne die notwendige Computerunterstützung.

Auch im Einwohnermeldeamt in Bodenfelde könnten weder Personalausweise noch Pässe bearbeitet werden. „Für einen dringenden Fall haben wir unsere Nachbargemeinde Wahlsburg um Hilfe gebeten. Das ist Teil der interkommunalen Zusammenarbeit und hat geklappt“, Bürgermeiser Mirko von Pietrowski

Auch im Rathaus in Uslar liegt der E-Mail-Verkehr lahm, die Internetseite lässt sich nicht öffnen, An- und Ummeldungen beispielsweise im Gewerberegister sind nicht möglich. Immerhin: „Briefe schreiben geht schon“, berichtet der EDV-Fachmann der Verwaltung, Andreas Meisel.

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