Erneut Warnungen vor schweren Gewittern in der Region

Unwetter im Kreis Northeim: Feuerwehren waren im Großeinsatz

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Rettungsaktion in Hillerse: In dem Northeimer Ortsteil musste Am großen Bach die Feuerwehr anrücken.

Northeim. Südniedersachsen wurde am Donnerstag erneut von einem schweren Unwetter getroffen. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz, im Bahnverkehr kam es zu massiven Behinderungen.

Wird ständig aktualisiert, zuletzt am 8. Juni um 12.11 Uhr - Von Uslar über Hardegsen, Hillerse, Northeim, Oldenrode bis nach Altgandersheim waren die Feuerwehren auch am späten Donnerstagabend noch im Einsatz. Keller waren vollgelaufen, unter anderem war das Freibad in Hardegsen, das von den Einsatzkräften gegen die Fluten abgesichert werden musste, sowie zwei größere Betriebe in der Kreisstadt Northeim betroffen. An elf Stellen waren die Feuerwehren in den Uslarer Ortsteilen Volpriehausen und Schlarpe im Einsatz.

Wegen umgestürzter Bäume musste die Kreisstraße 422 zwischen Berwartshausen und Hillese gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten waren am Freitagmorgen gegen 6 Uhr abgeschlossen. Danach wurde die Straße für den Verkehr wieder freigegeben.

In Northeim war das Gewitter „kurz aber heftig“, wie Ortsbrandmeister Jens Pinneke berichtete. Das geringste Problem seien vollgelaufene Keller gewesen, vielmehr sei massiv Wasser in zwei Großbetriebe eingedrungen. Für die Feuerwehren im Stadtgebiet bedeutete dies Vollalarm. Allein hier waren über 100 Kräfte im Einsatz. Auch in Göttingen wurden zahlreiche Keller überflutet.

In Höckelheim hat es kurzzeitig so stark geregnet, dass die Feuerwehr ihr eigenes Feuerwehrhaus an der Bundesstraße nicht mehr erreichen konnte. Bei Berwartshausen war der Bahnübergang, der sich in einer Senke befindet, überflutet. Der Bahnverkehr wurde daraufhin vorübergehend eingestellt.

Northeim Bürgermeister Simon Hartmann hatte sich direkt am Abend ein Bild von der Gesamtlage verschafft. „Wir werden uns am Freitagmorgen mit den Fachbereichen und der Wehrführung zusammensetzen und prüfen, was wir tun können“, sagte Hartmann im Gespräch mit der HNA am späten Donnerstagabend. Konkret werde unter anderem geprüft, wie mit der Deutschen Bahn schnellstmöglich die wiederholte Überschwemmung des Bahnübergangs bei Berwartshausen verhindert werden kann und welche Gräben ausgebaggert werden müssen.

Auch Teile des Bahnhofes in Northeim standen unter Wasser.

Außerdem werde im Hinblick auf die zunehmende Unwetterlage geprüft, ob mehr Pumpen bei den Feuerwehren gebraucht werden und wie diese kurzfristig beschafft werden können. Sämtliche Einsatzstellen des Abends habe man im Blick und werde erforderliche Maßnahmen prüfen. Allerdings: „Bis zu 50 Liter pro Minute in 15 Minuten wurden gemessen, da kann man auch technisch nicht vorbeugen“, so Hartmann über die Wassermassen, die etliche Straßen auch in Northeim für kurze Zeit in Flüsse verwandelt hatten. Allein auf der Göttinger Straße kamen zeitweise einen halben Meter hohe Fontänen aus den Gullis geschossen. Die Polizei Northeim verzeichnet sieben Einsätze, um unter anderem aufgespülte Gullydeckel wieder einzusetzen. „Ein dickes Lob an alle Einsatzkräfte, die viele Folgen des Unwetters in kürzester Zeit schon wieder behoben haben“, betonte Hartmann.

Im Stadtgebiet Bad Gandersheim war erneut die Ortschaft Altgandersheim betroffen. Diesmal wurde eine Straße überflutet. Insgesamt waren im Kreis über 200 Kräfte wegen des Unwetters im Einsatz. 

Unwetter im Kreis Northeim

Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Hardegsen
Unwetter in Hardegsen © Roland Schrader
Unwetter in Northeim
Auch der Northeimer Bahnhof stand teilweise unter Wasser. © Konstantin Mennecke
Unwetter im Kreis Northeim
Land unter in Hillerse, Am Großen Bach © Martin Baumgartner/nh
Unwetter im Kreis Northeim
Land unter in Hillerse, Am Großen Bach © Martin Baumgartner/nh

Das Gewitter hatte am Donnerstagabend nicht nur Starkregen, sondern stellenweise auch kräftigen Sturm mit im Gepäck. An der Grenze zum Kreis Göttingen sind einzelne Bäume umgestürzt. Um 21 Uhr hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag seine Unwetterwarnung für Südniedersachsen vorübergehend auf, die vielen kleineren Einsätze gingen jedoch weiter. Berichte über verletzte Personen lagen am Donnerstagabend nicht vor, der Sturm hat aber wohl hohe Sachschäden angerichtet.

Wasser stand auf der A7

Nach dem starken Regen in der Nacht zum Freitag ist auch die Autobahn 7 bei Northeim überschwemmt worden. Auf der Fahrbahn stand das Wasser zwischenzeitlich mehrere Zentimeter hoch, wie ein Polizeisprecher am Freitagmorgen sagte. Die Polizei bremste den Verkehr wegen der Aquaplaninggefahr aus, nach Angaben der Autobahnpolizei Göttingen kam es aber zu keinen größeren Behinderungen. Mitarbeiter der Straßenmeisterei entwässerten die Fahrbahn anschließend und der Verkehr konnte wie gewohnt weiterfahren. 

Einschränkungen im Bahnverkehr

Wegen des Unwetters meldete die Deutsche Bahn Schäden und Störungen im Bereich Göttingen und zwischen Northeim und Bodenfelde. Deshalb kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Reisende werden gebeten, ihre Verbindung vor Fahrtantritt zu prüfen oder auf Lautsprecheransagen am Gleis zu warten. Die aktuelle Bahnhofstafel für den Bahnhof Northeim finden Sie hier, für den Göttinger Hauptbahnhof hier. (mit dpa)

Erneut Unwetterwarnungen für die Region

Für Freitag gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut Unwetterwarnungen heraus: Ab den Mittagsstunden kann es im Landkreis Northeim, im Werra-Meißner-Kreis, in Stadt und Kreis Kasssel, im Schwalm-Eder-Kreis und in Waldeck-Frankenberg zum Teil zu schweren Gewittern kommen, die örtlich unwetterartig ausfallen und mit Starkregen verbunden sind. Auch Hagel und Sturmböen sind möglich. In der Nacht nimmt die Unwetteraktivität laut DWD langsam wieder ab.  

Dieses Video ist ein Inhalt von merkur.de und wurde nicht von der HNA erstellt.

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