Windkraft im Landkreis: Höhenlagen bevorzugt

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Northeim. Geht es um das Windaufkommen, gehören die Höhenzüge des Sollings und der Wieter südlich von Northeim zu den besten Standorten für Windräder im Landkreis.

Die Windpotentialstudie hat nach den Worten von Ralf Buberti, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt in der Kreisverwaltung vor allem zwei Funktionen. „Wir wollen die Gemeinden unterstützen“, sagte er. Kommunen dürfen keine Standorte ausweisen, die nicht genügend Windpotential haben. Das wäre eine eine sogenannte Verhinderungsplanung. Und die ist verboten.

Aber der Landkreis braucht die Studie auch selbst. Anlagen mit einer Höhe von über 100 Metern müssen nach dem Emissionsschutzgesetz durch den Landkreis genehmigt werden. Auch dafür ist die Windpotentialanalyse ein Baustein.

Gemessen an ihrem Windpotential sind laut Studie die am besten geeigneten Standorte im Landkreis: 

• die Höhenzüge des Sollings (an der westlichen Kreisgrenze),

• am Selter (nördlich von Kreiensen),

• am Holzberg (nördlich von Dassel),

• am Wieter (südlich von Northeim).

Ebenfalls gut geeignet sind

• der Hube (nordöstlich von Einbeck),

• die Ahlsburg (nordöstlich von Fredelsloh),

• weitere großflächige Gebiete in den Höhenlagen des Sollings sowie

• exponierte Lagen im Leinegraben.

Dagegen scheiden die Tallagen des Sollings bei Uslar und Bodenfelde als Windkraftstandorte aus. Allerdings scheiden einige der laut Studie gut geeigneten Standorte aus, weil sie bewaldet sind.

Vogelschutz 

Wo genug Wind weht: In den dunkel-orangen und roten Bereichen reicht der Wind für den Betrieb von Windenergieanlagen aus, in den blauen und violetten Bereichen dagegen nicht. Die hell-orangen Flächen sind laut Potentialstudie grenzwertig. Dort kann das Windaufkommen ausreichend sein, muss aber nicht. Quelle: Landkreis Northeim, Cube Consulting (Kassel)

Außerdem, so betont Buberti, kann eine Fläche, die genügend Wind verspricht und nicht durch Ausschlusskriterien wie der Lage in einem Schutzgebiet ausscheidet, trotzdem nicht zum Standort von Windkraftanlagen werden. Nämlich wenn ein avifaunistisches Gutachten nahelegt, dass durch die Anlagen seltene Vogelarten wie der Rote Milan gefährdet werden. Als Avifauna wird die Summe der in einer Region lebenden Vogelarten bezeichnet.

Wie Cube Engineering in der Studie schreibt, sind Standorte bedingt geeignet, wenn sie ein Windaufkommen versprechen, das ausreicht 60 bis 80 Prozent des Stromertrags eines bestimmten Windenergieanlagentyps zu produzieren. Für die Studie wurde dabei ein Anlagentyp zugrundegelegt, der für Schwachwindstandorte geeignet ist. Standorte, die 80 Prozent dieser Referenzmenge versprechen sind gut, Standorte mit über 100 Prozent sind demnach sehr gut geeignet.

Zum Vergleich zur Studie für Anlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern wurde außerdem auch eine Potentialstudie für Anlagen mit einer Nabenhöhe von 80 Metern erstellt, die aber heutzutage kaum mehr errichtet werden. Ergebnis: Für solche Anlagen gibt es nur sehr wenige Standorte auf exponierten Höhenzügen, die sich für eine Nutzung der Windenergie eignen. (ows)

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