FSME-Virus nicht festgestellt 

Zecken: Nur geringe Gefahr im Landkreis Northeim

Northeim. Die warmen Frühlingstage haben auch im Landkreis Northeim die Zecken munter gemacht. Eine Ansteckung mit dem FSME-Virus ist hier jedoch eher unwahrscheinlich.

Das Treiben der parasitären Blutsauger trübt den Ausflug in die Natur, denn die Krabbeltiere sind Überträger des Borreliose-Erregers und des Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME).

Eine Infektion mit dem FSME-Virus sei im Kreis Northeim allerdings unwahrscheinlich, sagt Dr. Matthias Boldt, Fachdienstleiter Gesundheit beim Landkreis Northeim. Es habe es noch keinen Fall der meldepflichtigen Erkrankung im Landkreis gegeben.

Zeckenforscher hatten zwar unlängst vor einzelnen Ansteckungen an der niedersächsisch-niederländischen Grenze mit dem FSME-Virus, das eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung auslösen kann, berichtet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft jedoch Niedersachsen weiter nicht als FSME-Risikogebiet ein. Hauptbetroffen sind fast ganz Bayern und ganz Baden-Würtemberg.

Die Nordgrenze des FSME-Ansteckungsgebiets über Zecken verlaufe seit Jahren in etwa entlang der Main-Linie. Einzig betroffene Region im nördlichen Hessen sei der Kreis Marburg-Biedenkopf. In Thüringen sind nur der Süden des Thüringer Walds, die Region um Gera und Jena sowie in Sachsen der Vogtlandkreis betroffen.

Trotzdem sei ein Zeckenstich, den man sich im Raum Northeim eingefangen hat, nicht ganz ungefährlich, warnt Dr. Boldt. Schließlich könne der Holzbock Borreliose-Bakterien übertragen, die zu Gelenkentzündungen, Lähmungen und Herzerkrankungen führen können. Charakteristisch für eine Ansteckung sei die Wanderröte, die sich nach Tagen um den Stich bilde. Bemerke man diese, sollte man zum Arzt gehen und sich mit einem Antibiotikum behandeln lassen, so Dr. Boldt.

Bis der Erreger nach dem Zeckenstich übertragen ist, vergehen aber rund acht Stunden. Zeit genug, also um die Haut nach einer Wanderung nach einer Zecke abzusuchen. Diese sollte mit einer Zeckenzange herausgezogen und auf keinen Fall zerdrückt werden. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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