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Landkreis Northeim plant großzügig: 2,2 Prozent für Windkraft

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Von: Olaf Weiss

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Ein Windrad vor einem teilweise bewölkten Himmel.
Der Landkreis Northeim muss mehr Flächen für Windkraftanlagen ausweisen. Bisher waren 1,3 Prozent der Landkreisfläche als Vorranggebiete geplant, nun kalkuliert man in der Kreisverwaltung mit 2,2 Prozent. © Arne Dedert/dpa

2,2 Prozent der Landkreisfläche sollen als Vorranggebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Dieses Ziel nannte die Kreisdezernentin für Bauen und Umwelt, Julia Gogrewe, im Kreistagsumweltausschuss. Bisher waren 1,3 Prozent als Windvorrangflächen vorgesehen.

Northeim – In Niedersachsen sollen 2032 insgesamt 2,2 Prozent der Landesfläche der Energiegewinnung aus Wind dienen (HNA berichtete). Wie hoch dabei der Anteil der einzelnen Kreise sein soll, ist nach Gogrewes Worten noch offen. Sie hoffe angesichts des hohen Waldanteils, dass der sogenannte Flächenbeitragswert für den Landkreis Northeim geringer ausfalle. Trotzdem soll zunächst auf Basis von 2,2 Prozent geplant werden. „Es ist immer schwieriger, hinterher noch draufzusatteln“, stimmte ihr Christian Eberl (FDP) zu. Leichter sei es, später möglicherweise Flächen zu reduzieren.

Julia Gogrewe
Julia Gogrewe © Hans-Peter Niesen

Der Ausschuss nahm die neuen Planungsgrundlagen für die Vorranggebiete zustimmend zur Kenntnis, aber ohne eine Empfehlung für den Kreistag auszusprechen. Zunächst wollen die Fraktionen das Thema erörtern.

Gogrewe und ihre Mitarbeiterinnen verteidigten, dass Vorranggebiete ohne Ausschlusswirkung geplant werden sollen. „Es macht sich alles am Flächenbeitragswert fest“, verwies die Dezernentin auf die neue Rechtslage. Solange dieser im Landkreis nicht erreicht sei, könnte der Bau von Windrädern überall beantragt werden. Die Planung ohne Ausschlusswirkung gebe außerdem anschließend den Städten und Gemeinden die Chance, noch eigene Gebiete auszuweisen.

Dass nun die Rotoren über die Grenze der Vorranggebiete hinausragen dürfen, soll durch eine Vergrößerung des Mindestabstandes zu Wohnorten ausgeglichen werden. Offen sei, so Gogrewe, ob die Abstandsregel vom Land akzeptiert wird, wenn der Landkreis – wie geplant –, kahle Waldflächen als Vorranggebiete ausweist, um den Flächenbeitragswert zu erreichen. Nach Landesrecht sind die meisten Waldflächen tabu. Eberl und Hildegard Pavel (SPD) sprachen sich dafür aus, dieses Risiko einzugehen und auch den Klageweg nicht zu scheuen. (Olaf Weiss)

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