Landkreis Northeim will in Schulen impfen

Kreiselternrat fordert Vorgehen mit Fingerspitzengefühl

Der Landkreis Northeim will nach den Herbstferien Schülern in der Schule ein Impfangebot machen.
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Der Landkreis Northeim will nach den Herbstferien Schülern in der Schule ein Impfangebot machen.

Ein Mobiles Impfteam werde nach den Herbstferien in den Schulen ein Impfangebot machen, das teilt die Kreisverwaltung auf HNA-Nachfrage mit. Diese Schulen seien darüber bereits informiert.

Landkreis Northeim – Geplant sei die Schulen anzufahren und Schülern, Mitarbeitern und interessierten Eltern ein freiwilliges Impfangebot zu unterbreiten. Die konkrete Terminabsprache erfolge direkt zwischen den Schulen und dem Mobilen Impfteam von Arbeiter-Samariter-Bund oder Johannitern.

Die Schulen wurden gebeten, dafür Räume und Zeitfenster zu melden. Schüler über 16 Jahre können ohne eine Einwilligung erziehungsberechtigter Personen geimpft werden, informiert die Kreisverwaltung. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren reiche eine schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten. Die Einwilligungserklärungen für die erziehungsberechtigten Personen werden von der Schule an die Schüler verteilt.

Wenn der Impfbedarf an einer Schule hoch sei, könne diese auch ein zweites Mal von einem Impfteam angefahren werden, teilt die Kreisverwaltung mit.

Stellungnahme des Kreiselternrats

Zum geplanten Impfangebot hat Hans-Joachim Kuba, Vorsitzender des Kreiselternrats Northeim, eine Stellungnahme abgegeben. Er fordert, bei der Impffrage mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. Er fordert im Namen des Kreiselternrates beim Einsatz der Mobilen Impfteams dazu auf, bei der Planung und Durchführung zu verhindern, dass Druck auf Eltern und Schüler aufgebaut werde. Es müsse sichergestellt werden, dass individuelle Entscheidungen für oder gegen das Impfen respektiert würden und es nicht zu einer Stigmatisierung kommen würde. Der soziale Frieden an den Bildungseinrichtungen dürfe in diesem Kontext nicht gefährdet werden, fordert er.

Kuba betont, dass der Kreiselternrat grundsätzlich die Bemühungen das Infektionsrisiko mit Covid-19 zu minimieren begrüße, ebenso wie die Sicherstellung des Präsenzunterrichts.

Er verweist aber auch darauf, dass es in Bezug auf die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für 12- bis 17-Jährige eine gesellschaftliche Debatte gegeben habe, die für viele Eltern letzten Endes nicht alle Zweifel an der Wirksamkeit und den Risiken des Impfens für diese Altersgruppe ausgeräumt hätte. „Das Risiko der Zielgruppe, schwer an Covid-19 zu erkranken oder gar zu sterben, ist gering. Nach wie vor handelt es sich bei der Entscheidung gegen das Impfen um die Inanspruchnahme eines im Grundgesetz verbrieften Grundrechts“, heißt es in der Stellungnahme. (Von Rosemarie Gerhardy)

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