Landrat: Sperrmüll soll gebührenfrei bleiben

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Northeim. Die Sperrmüllabfuhr im Landkreis Northeim soll gebührenfrei bleiben. Das geht aus einer Beschlussvorlage von Landrat Michael Wickmann hervor, die der Abfallwirtschaftsausschuss am Donnerstag, 26. Januar, behandelt.

Gesonderte Gebühren für Sperrmüll würden der Kreisabfallwirtschaft Einnahmen bringen. Auch könnte laut eines Modellvergleichs, den die Kreisverwaltung angestellt hat, bei einem anderen Sperrmüllabholungssystem Kosten eingespart werden. Die daraus folgende Reduzierung der Restmüllgebühren fällt aber laut der Beschlussvorlage gering aus und rechtfertige eine Umstellung der Sperrmüllabholung nicht.

Verglichen wurde das bisherige Modell, in dem die Sperrmüllabfuhr bereits mit den Restmüllgebühren abgegolten ist, mit zwei anderen Systemen. Bei Einführung einer gebührenpflichtigen Abholung in Verbindung mit einer kostenlosen Selbstanlieferung von Sperrmüll ergibt sich demnach ein finanzieller Vorteil von 421 000 Euro. Für einen dreiköpfigen Haushalt mit 60-Liter-Restmülltonne (Gebühr: 137,40 Euro) würde sich daraus eine um 6,90 Euro geringere Restmüllgebühr bedeuten. Die kalkulierte Sperrmüllabholgebühr beträgt 25 Euro.

Sollte nicht nur die Abholung, sondern auch die Selbstanlieferung von Sperrmüll gebührenpflichtig werden, würde sich eine Summe aus Einnahmen und Einsparungen von 708 000 Euro ergeben. Die Restmüllgebühr könnte für einen Drei-Personen-Haushalt um 11,80 Euro sinken.

Allerdings geht man im Kreishaus davon aus, dass diese finanziellen Vorteile nicht kurzfristig und nicht in vollem Umfang eintreten. Zum einen werde es vor einer Systemumstellung noch einen Ansturm von Abholaufträgen geben. Zum anderen sei zu erwarten, dass Wertstoffe dann verstärkt an private Entsorger gehen. Die Erlöse würden der Kreisabfallwirtschaft fehlen. Außerdem steige die Gefahr illegaler Entsorgungen. (ows)

Mehr zum Thema in der Freitagausgabe der Sollinger und der Northeimer HNA

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