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Landwirte fordern stärkere Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes im Landkreis Northeim

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Von: Niko Mönkemeyer

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Zwei Männer zwischen Gräsern und Jakobskraut auf einer Wiese
Das Jakobskreuzkraut müsste nach Ansicht von Landwirt Ulrich Stenzel (links) stärker bekämpft werden. Laut Henning Meyer vom Vorstand des Kreisbauernverbands wird diese Forderung vom Landvolk unterstützt. © Niko Mönkemeyer

Jakobskreuzkraut bereitet Tierhaltern große Sorgen

Northeim/Einbeck – Für Laien ist es schön anzuschauen, Viehhaltern ist es jedoch ein Dorn im Auge: das Jakobskreuzkraut. Denn die gelb blühende Pflanze, die sich aufgrund des sparsameren Einsatzes von Herbiziden auch im Landkreis Northeim immer mehr ausbreitet, ist gefährlich für Nutztiere, nicht nur für Pferde und Rinder, sondern auch für Schafe.

Landwirt Ulrich Stenzel aus Sülbeck, der im Leinpolder Schafe hält und dort im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit seinen Tieren Landschaftsschutz betreibt, appelliert an den Landkreis Northeim, in seiner Eigenschaft als Untere Naturschutzbehörde etwas gegen die Ausbreitung der auch für Menschen nicht ungefährlichen Pflanze zu unternehmen.

„Um unsere Tiere zu schützen, reißen wir das Zeug mit der Hand raus, aber an den Straßenrändern wächst und gedeiht es prächtig, und die Samen fliegen von dort aus dann wieder auf die Weideflächen“, beschreibt Stenzel die Situation im Bereich des Leinepolders. Seiner Ansicht nach müssten die Grünstreifen an den Straßen rund um den Leinepolder öfter gemäht werden.

Es sei unbestritten und hinlänglich bekannt, dass das Jakobskreuzkraut giftig sei, teilt der Landkreis Northeim auf HNA-Anfrage dazu mit. Ob und in welchem Maße eine Bekämpfung der Pflanze sinnvoll sei, werde zwar in Fachkreisen diskutiert, könne aber vom Landkreis nicht abschließend beurteilt werden. Hinsichtlich der Pflege der Straßenränder im Bereich des Leinepolders verweist die Kreisverwaltung auf die Zuständigkeit der Straßenmeisterei Einbeck, da es sich um Landesstraßen handele.

Laut Andreas Gleichfeld, Leiter der Straßenmeisterei Einbeck, werden die Seitenstreifen der betroffenen Landesstraßen zweimal im Jahr gemäht. „Und das auch nur im sogenannten Intensivbereich, also bis zu 1,50 Meter von der Fahrbahn entfernt, denn im extensiven Bereich ist es ja so gewollt, dass da mehr Pflanzen stehen bleiben, damit Insekten mehr Nahrung finden“, erklärt er auf HNA-Nachfrage.

Auch wenn er die Sorge der Viehhalter nachvollziehen könne, sehe er angesichts der Tatsache, dass das Team der Straßenmeisterei Einbeck insgesamt 370 Kilometer Straße zu bewirtschaften habe, keine Möglichkeit, das Jakobskreuzkraut selektiv aus den Grünstreifen zu entfernen.

Laut Ingrid Müller, Naturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim, sind die Gifte, die das Jakobskreuzkraut enthält, besonders tückisch, weil sie auch im getrockneten Zustand in allen Pflanzenteilen vorkommen. Da sich die Bestände nicht von heute auf morgen reduzieren ließen, könne man Landwirten und Pferdehaltern nur eine regelmäßige Kontrolle ihrer Weiden und „eine beherzte mechanische Bekämpfung“ des Jakobskreuzkrauts empfehlen. (Niko Mönkemeyer)

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