Brüder aus Suterode als Teilzeit-Landwirte

Landwirte in Teilzeit - Mit Hühnern und Kartoffeln auf 12 Hektar Land

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Echtes Familienunternehmen: Auch Mutter Barbara Sakel unterstützt ihre Söhne tatkräftig auf dem Hof.

Teilzeit-Landwirte: Mit 12.000 Quadratmetern haben zwei Brüder aus Suterode mit der Landwirtschaft angefangen. Nach 15 Jahren sind es 12 Hektar.

Wuselig geht es zu auf einer Wiese bei Suterode: gut 200 Hühner, darunter auch zwei Hähne, tummeln sich rund um ihr Zuhause, einem mobilen Hühnerstall der Gebrüder Sakel. Von Berührungsängsten seitens des Federviehs mit fremden Besuchern fehlt jede Spur. Da wird auch schon mal beherzt nach dem weißen Schnürsenkel gepickt.

Seit mehreren Jahren sind Tobias (31) und Christian (27) Sakel nun schon als Teilzeit-Landwirte aktiv und bauen ihr Hofladen-Konzept mit regionalen Produkten sukzessive aus. „Landwirtschaft hat mich schon immer interessiert“, erzählt Tobias Sakel. 

Als kleiner Junge habe er bereits Spielkameraden zu sich nach Hause auf den Bauernhof eingeladen. „Allerdings besaßen meine Eltern gar keinen“, erzählt er lachend. Als gelernter Forstwirt und Gärtner ist er der Natur treu geblieben, genauso blieb das Interesse für Landwirtschaft und Trecker.

Zwei Brüder sind Landwirte in Teilzeit

2004 kauft sich der 31-Jährige einen Trecker, um damit zur Arbeit zu fahren. Wenig später bekommt er 2000 Quadratmeter Land. „Damit fing das alles eigentlich an“, erinnert er sich. Damals sei es zunächst noch ein „größerer Garten“ gewesen, auf dem Kartoffeln und auch Runkeln anbaute. 

Reges Treiben im mobilen Hühnerstall: Mit dem zweiten Anhänger erhöht sich die Zahl der Hühner auf 450.

Nach und nach erweiterte er seinen Landbesitz, bis er schließlich 2016 zusammen mit seinem Bruder Christian einen Resthof in Suterode kaufte. „Mittlerweile haben wir insgesamt zwölf Hektar Land“, erzählt Christian Sakel, der gelernter KfZ-Mechatroniker ist. 

Darauf bauen die Brüder vor allem Kartoffeln für den Verkauf sowie Getreide als Futter für ihre Hühner und Hähnchen an. Gut 15 Tonnen Kartoffeln haben sie schätzungsweise vergangenes Jahr über ihren kleinen Hofladen verkaufen können.

2018 beschließen die beiden Brüder, einen mobilen Hühnerstall selber zu bauen. Aus den bisher rund 45 Hühnern werden so bis Ende September gut 260 Tiere in Freilandhaltung, pro Monat verkaufen sie so 5000 bis 5500 Eier. „Bis zu 350 Hühnern ist man auch recht frei von Vorschriften, was den ab Hof-Verkauf angeht“, erklärt Christian Sakel.

Kartoffeln und Eier von Teilzeit-Landwirten aus Suterode

Da sie mittlerweile auch eine Pizzeria und einen Schlachter regelmäßig mit Eiern beliefern, mussten sich die Suteröder jedoch als Legehennen-Betrieb registrieren lassen. Weitere Firmenkunden sind bereits in Planung. So werden die Eier von „Sakel’s Hof“ demnächst auch in einer Esso-Tankstelle zu kaufen sein, die Kartoffeln gibt es dort bereits.

Echtes Familienunternehmen: Auch Mutter Barbara Sakel unterstützt ihre Söhn e tatkräftig auf dem Hof.

Beide Brüder arbeiten im öffentlichen Dienst und betreiben die Landwirtschaft als Hobby nebenher.

„Aktuell stecken wir aber wirklich jede freie Minute in den Hof und den Ausbau unseres Hofladens“, sagt Christian Sakel. Denn ein zweiter mobiler Hühnerstall für stolze 44 500 Euro ist bereits geordert und erweitert die Zahl der Federviecher auf 450. Aber auch Hähnchen aus eigener Aufzucht können Kunden auf Sakels Hof kaufen. Regionalität, die gut ankommt.

„Es kommt häufig vor, dass Kunden sagen, wie wichtig es ihnen ist, zu sehen, wo die Tiere aufwachsen und auch wie“, sagt Tobias Sakel. Dabei es spiele das Siegel „Bio“ für viele häufig gar nicht die große Rolle, sondern den meisten gehe es vor allem um Regionalität.

Hoffest bei Teilzeit-Landwirten

Das kleine, selbst gebaute Verkaufshäuschen der Gebrüder Sakel steht in der Unteren Straße in Suterode, gegenüber der Kirche/Ortsmitte und ist – entgegen aller Supermärkte – durchgehend geöffnet.

„Wir setzen dort auf Selbstbedienung“, erklärt Christian Sakel. Alle Waren sind mit Preisen ausgezeichnet, eine Kasse steht ebenfalls bereit. „Wir vertrauen da auf die Ehrlichkeit unserer Kunden, dass sie die Waren, die sie mitnehmen, auch wirklich bezahlen“, erklärt Tobias Sakel.

Um allen Interessierten einen Einblick in ihren Hof, die Tiere und ihren Verkauf zu geben, veranstalten die Gebrüder Sakel zum ersten Mal ein Hoffest. Am Samstag, 5. Oktober, erwartet Besucher in der Bergstraße 7 in Suterode von 11 bis 18 Uhr ein buntes Programm für Jung und Alt.

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