Die Werk-statt-Schule wurde vor 30 Jahren gegründet – erst seit 2002 Schulträger

Der lange Weg zur Schule

Werner Bührmann

Northeim. Der Name ist in mehrfacher Hinsicht Programm: Werk-statt-Schule. Die als Verein geführte Einrichtung, die gerade 30 Jahre alt wird, hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, mit einem Schwerpunkt auf praktischen Tätigkeiten Jugendliche einen Schulabschluss zu ermöglichen und sie fit zu machen für eine Ausbildung. Auch an ihr selbst wird seit drei Jahrzehnten munter gewerkelt, damit sie sich immer neuen Aufgaben anpasst.

Von den Wurzeln bei der Gründung ist dabei inzwischen kaum noch etwas übrig geblieben. Die Mütter und Väter der Schule waren Pädagogen und Eltern, die aus der Kinderladenbewegung kamen. „Die Grundidee war, eine andere Schule zu machen“, erzählt Geschäftsführer Werner Bührmann, der seit Anfang der 80-er Jahre bei der Werk-statt-Schule ist. Doch aus der Alternative zum herkömmlichen Schulsystem wurde nichts. Die Hürde der Zulassung war zu hoch.

Stattdessen entdeckte die Werk-statt-Schule ein anderes Betätigungsfeld: Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche. Seit 1984 bietet sie die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu machen.

Dabei stellte die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und anderen staatlichen Institutionen eine Zäsur dar. Ein Teil der Gründer lehnte diese ab und zog sich zurück, berichtet Bührmann.

Der weiteren Entwicklung der Werk-statt- Schule tat das keinen Abbruch. Seit 20 Jahren gibt es das Jugendwohnhaus, wo Jugendliche über 14 Jahren leben, die aufgrund schwieriger Verhältnisse nicht bei den Eltern wohnen können. Vier Erzieher stellen dort eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sicher.

„Die Jugendlichen sind nicht schwieriger, sie sind anders.“

Vergleich von Werner Bührmann über die Jahrzehnte

Neben der Arbeit mit Jugendlichen baute sie Qualifizierungsangebote für Frauen auf, die einen beruflichen Wiedereinstieg suchen, sowie für Langzeitarbeitslose.

Das jüngste Kind ist die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, in der seit 2002 Kinder unterrichtet werden, die in Regelschulen nicht die für sie notwendige sozialpädagogische Förderung bekommen können.

50 Mitarbeiter

„Jetzt werden wir auch als Schulträger wahrgenommen“, sagt Bührmann. Die Schule, die mit zwölf Schülern begann, ist inzwischen auf 50 Plätze gewachsen - und könnte nach den Worten von Bührmann weiter wachsen. Trotz des Umzugs der Förderschule auf einen umgebauten Bauernhof an der Sudheimer Straße: „Die Schule ist jetzt schon zu klein“, betont Bührmann. „Unsere kalkulierten Zahlen sind schon übertroffen.“

50 angestellte Mitarbeiter beschäftigt die Werk-statt-Schule, die seit 2005 auch eine Außenstelle in Osterode unterhält. Foto: Weiss

Von Olaf Weiss

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