Zugunglück: Bewährungsstrafe für Lastwagenfahrer aus Northeim

Braunschweig/Northeim. Ein Zugunglück mit 49 Verletzten hat einem Lastwagenfahrer eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung eingebracht. Der Mann aus Northeim hatte den Unfall im vergangenen Jahr verursacht, als er versuchte, über die Gleise auf das Gelände einer Braunschweiger Mühle zu gelangen.

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Das Braunschweiger Amtsgericht verurteilte den 54-Jährigen deswegen am Mittwoch wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung.

Mit der Fahrt über die Schienen hatte der Angeklagte offenbar eine Abkürzung zur Einfahrt des Industriegeländes nehmen wollen. Sein mit rund 30 Tonnen Getreide beladener Lastzug fuhr sich jedoch fest.

Dieser Artikel wurde um 16.18 Uhr aktualisiert.

Noch während der Fahrer Hilfe holen wollte, näherte sich ein Regionalzug, in dem viele Berufsschüler saßen. Der 100 Kilometer pro Stunde schnelle Triebwagen stieß frontal auf den Laster und entgleiste. Der mit 30 Tonnen Weizen beladene Lastzug wurde bei dem Zusammenstoß 50 Meter mitgeschleift. Die Ladung verteilte sich auf den Gleisen, die ebenfalls erheblich beschädigt wurden.

„Ich habe dem Tod ins Auge gesehen“, sagte der Zugführer. Er hatte gebremst und die Fahrgäste gewarnt. Der 43-Jährige ist seit dem Unfall arbeitsunfähig. Der Angeklagte bestritt seine Verantwortung für das Unglück nicht. Er betonte aber, er sei aus Versehen auf die Gleise geraten, während er das Einfahrtstor zu der Mühle suchte, betonte der 54-Jährige.

„Das glauben wir Ihnen nicht“, erklärte Richterin Antje Gille in ihrer Urteilsbegründung. Zwar habe der Beschuldigte den Entschluss, die Bahnstrecke als Abkürzung zu nehmen, „wohl innerhalb von Sekundenbruchteilen gefasst. Er war aber eine gefährliche Schnapsidee und geschah somit vorsätzlich“, sagte die Richterin. (lni/ows)

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