Lebenshilfe jung und voller Tatendrang

Lebenshilfe jung und voller Tatendrang - Festakt mit Sozialministerin Rundt

Die Lebenshilfe Einbeck ist glaubwürdiger Botschafter der Inklusion-Idee (v.l.) : Vorsitzende Dr. Isolde Zinser-Schulz, Sozialministerin Cornelia Rundt, Geschäftsführer Rüdiger Ernsting, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, der Landesvorsitzende des Paritätischen, Christian Boenisch, der Vize-Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Rolf Flathmann, und Landrat Michael Wickmann. Foto: Bertram

Einbeck. 50 Jahre jung und voller Tatendrang - so präsentierte sich die Lebenshilfe Einbeck bei der offiziellen Geburtstagsfeier im Einbecker BBS-Forum.

Vor einem halben Jahrhundert hatten 19 Eltern den Verein „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind Einbeck“ gegründet. Oberste Gratulantin beim Festakt war die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt, die auch bereits zum 40-jährigen Jubiläum Glück gewünscht hatte - damals noch als Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die SPD-Politikerin dankte allen Mitarbeitern der Lebenshilfe Einbeck für das große Engagement, das erkennbar eine echte Herzensangelegenheit sei.

Sozialministerin Cornelia Rundt erinnerte an die Anfänge: In den 1960-er Jahren sei ein behindertes Kind als Makel gesehen worden und versteckt worden. Geistig behinderten Kindern sei damals die Bildungsfähigkeit abgesprochen worden. Da sei es eine besondere Leistung gewesen, als ab 1964 die Lebenshilfe auch in Einbeck die Kinder nicht nur betreuen, sondern diese fördern wollte.

Gedankliche Barrierefreiheit

Auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sei die Lebenshilfe in den vergangenen fünf Jahrzehnten ein positiver Wegbereiter gewesen, auf den man auch in Zukunft setzen werde. Inklusion bedeute nicht allein, Stufen zu beseitigen, sondern auch eine gedankliche Barrierefreiheit, sagte Rundt. Die Landesregierung spreche daher auch nicht über, sondern mit den Betroffenen: „Menschen mit Behinderung sind Experten in eigener Sache.“

Das Ziel einer inklusiven Gesellschaft könne niemand allein erkämpfen, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Rolf Flathmann. Nur gemeinsam lasse sich aus dem Gedanken der Fürsorge die Idee der Teilhabe entwickeln. Die Lebenshilfe sei ein glaubwürdiger Botschafter dieser Idee und gerne ein Motor für ein inklusives Gemeinwesen, sagte Flathmann. „Wir sind die Experten dafür.“

Was vor 50 Jahren mit einer kleinen Tagesstätte begann, hat sich seitdem ständig vergrößert. Seit 2009 gibt es die Pädagogisch-Therapeutische Förderzentrum (PTZ) gGmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Lebenshilfe-Verein ist und die alle Lebenshilfe-Aktivitäten bündelt. Im PTZ fördern und betreuen heute 130 Mitarbeiter mehr als 350 Kinder und Jugendliche in und außerhalb der Einrichtung.

Die Lebenshilfe Einbeck bietet einen Heilpädagogischen Kindergarten, eine Sprachheilkindergarten, eine Frühförderung, eine Tagesbildungsstätte, in der geistig behinderte Kinder und Jugendliche ihre Schulpflicht erfüllen können sowie mehrere freie Praxen für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. (zfb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.