Von 20 Hochwasserschutz-Projekten werden nur zehn gefördert

Leineverband sauer: Weniger Geld vom Land für Hochwasserschutz

Hochwasser 2007 in Kalefeld
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Hochwasser 2007 in Kalefeld

Kritik am Land Niedersachsen übt der in Northeim ansässige Leineverband im Hinblick auf das Sondervermögen Hochwasserschutz, denn es gibt weniger Geld als erwartet.

Landkreis Northeim - Das Sondervermögens zur Bezuschussung von Hochwasserschutzprojekten hatte das das Land nach den Überschwemmungen im Jahre 2017 angekündigt und auch aufgelegt.

Die Hälfte der daraufhin von den Kommunen im Leineverbandsgebiet bis 2020 angemeldeten 20 Schutzmaßnahmen in Südniedersachsen, für die am 20. März vorigen Jahres ein Vertrag abgeschlossen worden sei, können nun nicht umgesetzt werde, weil eine Neuberechnung der Projekte durch das Umweltministerium eine Unwirtschaftlichkeit ergeben hätte, betont ein enttäuschter Verbandsvorsteher Andreas Friedrichs (Friedland).

Die Bürgermeister hätten sich im Vertrauen auf den Vertrag dafür eingesetzt, ihre Räte von der Bereitstellung der Kofinanzierungsmittel zu überzeugen und stünden nun mit leeren Händen da. Das erzeuge viel Frustration, so Friedrichs weiter.

Andreas Friedrichs, Vorsteher des Leineverbands

Kein Geld bekämen im Kreis Northeim der Flecken Nörten-Hardenberg, die Stadt Dassel, die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kalefeld, wo insbesondere entlang der Aue die Erweiterung von überschwemmbaren Bereichen vorgesehen ist. Betroffen seien aber auch Projekte in der Gemeinde Gleichen und ein Teil-Projekt in Friedland.

Mittel aus dem Sondervermögen könnten im Kreis Northeim lediglich weiter die Stadt Northeim für die Ortschaft Höckelheim (Schutzdeiche entlang der Moore), für die Stadt Elze, die Samtgemeinde Leinebergland und die Stadt Alfeld im Kreis Hildesheim und im Kreis Göttingen für ein anderes Teilprojekt bei Friedland bereitgestellt werden.

Wie die vielen kleinen sinnvollen Maßnahmen, die nach den Kriterien des Sondervermögens nunmehr als unwirtschaftlich einzustufen sind, durch das Land künftig unterstützt werden können, bleibe leider offen, ergänzt Leineverbandsgeschäftsführer Jens Schatz (Northeim).

Der Leineverband versuche jetzt, zusammen mit seinen Mitgliedsgemeinden finanzierbare Lösungen zu erarbeiten, um in den Einzugsgebieten seiner Verbandsgewässer die Schäden durch Starkregenereignisse zu mildern. Schatz: „Hier dürfen wir die Menschen nicht allein lassen.“ Auch für die zunehmend länger andauernden Trockenperioden würden Lösungen für die Flüsse und Bäche gesucht.

„Diesen Weg hätten wir ohne die weitreichenden Ankündigungen des Umweltministers viel schneller angehen können und hätten uns allemal Frustration erspart“, so Friedrichs. Der Leineverband und seine Kommunen müssten hier gemeinsam nach Lösungen suchen, da vom Land für Starkregen und Niedrigwasser außer gewässerkundlichen Daten nicht viel zu erwarten sei, zumindest nicht in naher Zukunft, so der Vorsteher weiter.

Deshalb stelle der Leineverband derzeit ein Retentionsraumkataster für sein Verbandsgebiet auf, von dem die Mitgliedskommunen profitieren würden.

Das Motto laute jetzt „Hilf dir selbst“, so Friedrichs. (Axel Gödecke)

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