Leute wollen wieder verreisen

Reisebüros im Landkreis Northeim verzeichnen wieder erste Buchungen

Frauen liegen am Strand und sonnen sich
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Viele träumen vom Urlaub am Meer. (Symbolbild)

Einen leichten Silberstreif am Horizont können aktuell die Reisebüros in der Region erkennen. Der Grund: Es gibt wieder erste Buchungsanfragen und sogar Aufträge.

Landkreis Northeim – „Ich habe erste Reisen für den Sommer und Herbst für Kunden gebucht und sogar eine Kreuzfahrt für 2022“, freut sich Sybille Stumpe, vom gleichnamigen Reisebüro in Moringen. Als Reiseziele nachgefragt werden laut Stumpe vor allem Reisen im Sommer und Herbst nach Ägypten, Spanien und Griechenland. Viele Buchungen seien es jedoch noch nicht, berichtet sie, trotzdem habe sie ihr Reisebüro geöffnet. „Reisebüros dürfen nach der aktuellen Corona-Verordnung geöffnet haben und ich habe zudem schriftlich eine Genehmigung vom Landkreis“, berichtet sie und begründet, dass sie Präsenz zeigen möchte. Die meisten Reisebüros im Landkreis haben aber trotzdem geschlossen, und begründen es damit, dass die Kunden auf Distanz bleiben möchten und Buchungen ebenso telefonisch vorgenommen werden können.

Auch wenn es inzwischen wieder erste Buchungen gebe, sei sie, so Stumpe, aber weit weg, von dem, was normalerweise um diese Jahreszeit an Reisen buchen würde. „Jetzt ist eigentlich die wichtigste Buchungszeit im Jahr.“

Auch Olaf Lowak vom Reisebüro Urlaubsreif in Uslar bestätigt erste Buchungsanfragen für den Sommer und die Herbstferien. Angefragt würden Pauschalreisen in die Türkei und nach Ägypten sowie Kreuzfahrten.

„Die Leute wollen wieder Urlaub machen, wie sie es vor Corona hatten“, so Lowak. Er betont, dass aufgrund der verbesserten Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen bei den großen Anbietern, das Buchungsrisiko für die Kunden viel geringer sei, als noch im Vorjahr. Als Zusatzoption könne jetzt ein kostenfreies Umbuchen oder Stornieren bis 14 Tage vor Reiseantritt angeboten werden. „Im Prinzip geht der Kunde kaum noch ein Risiko ein“, so Lowak.

Dem pflichten auch die Kollegen Dirk Burandt vom TUI-Travelstar Reisebüro Bode in Uslar und Sybille Stumpe bei.

Alle befragten Reisebüros haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit mit Umbuchungen und Stornierungen gehabt. Sie hoffen, dass die Kunden diesen Service, ihr Engagement und ihre Fachkompetenz wertschätzen und dann auch in Zukunft weiterhin im Reisebüro buchen.

„Denn die Menschen wollen wieder weg und ihren Urlaub nicht wieder zuhause verbringen“, so Burandt, „die Lust auf Reisen ist da.“

Er hofft, dass die Impfungen bald wieder Sicherheit ins Reisegeschäft bringen. Auch in seinem Homeoffice erhält er zunehmend mehr Anfragen.

Für den kommenden Sommer seien Griechenland und die Türkei für seine Kunden interessant. Zudem würden verstärkt Reisen mit Eigenanreise zu Ferienhäusern und Wohnmobileanmietungen gebucht.

Im TUI-Reisecenter an der Wieterstraße in Northeim stellt Büroleiterin Frauke Scherer fest: „Die höchste Nachfrage im Sommer erzielen aktuell die Klassiker Spanien, Griechenland, die Türkei, Zypern und Portugal.“ Autoanreiseziele seien ebenfalls gefragt, allen voran Reisen nach Deutschland, Österreich, Italien und Kroatien. Innerhalb Deutschlands ist laut Scherer die Ostseeküste die begehrteste Urlaubsregion, gefolgt von der Mecklenburgischen Seenplatte.

Vor allem im Juli und August sei es durchaus wahrscheinlich, dass die Flüge auf manchen Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht sein werden, so ihre Einschätzung. Aktuell sieht Scherer wegen des Lockdowns noch eine Buchungsvorsicht bei den Kunden.

„Wir rechnen jedoch spätestens im Frühjahr mit einer breiten Erholung der Nachfrage. Dies führen wir vor allem auf die europaweiten Corona-Impfungen, die Corona-Tests für die Gäste sowie auf eine Erhöhung der Flexibilität bei unserem Reiseprogramm zurück“, zeigt sich Scherer optimistisch.

Das TUI-Reisecenter ist wie auch die Uslarer Büros aktuell geschlossen und per Telefon oder E-Mail erreichbar. (Rosemarie Gerhardy)

Reisebüros dürfen öffnen

„Wir haben die Auskunft erteilt, dass Reisebüros öffnen können. Wir stufen sie – analog zu Versicherungsbüros, Fotostudios, etc. – als nicht körpernahe Dienstleistung ein“, so Kreissprecher Dirk Niemeyer. Diese Auffassung wird von einer Einschätzung des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums gestützt: Dienstleistungen sind grundsätzlich zulässig, solange sie nicht körpernah sind und die Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden.  (rom)

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