Prozessbeginn vor dem Landgericht Göttingen

Tötungsdelikt in Lindau: Neunmal auf Frau eingestochen - Stich ins Herz war tödlich

Prozessauftakt: Der 55-jährige Angeklagte (rechts) begrüßt vor Verhandlungsbeginn seinen Verteidiger Frank Matzner. Als weiterer Verteidiger steht dem Angeklagten auch noch Steffen Stern zur Seite.
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Prozessauftakt: Der 55-jährige Angeklagte (rechts) begrüßt vor Verhandlungsbeginn seinen Verteidiger Frank Matzner. Als weiterer Verteidiger steht dem Angeklagten auch noch Steffen Stern zur Seite.

Er soll seine frühere Lebensgefährtin mit neun wuchtigen Messerstichen getötet haben. Ein 55-jähriger Mann muss sich deshalb seit Freitag vor Gericht verantworten.

  • Im Juli 2019 wurde in Lindau eine 60-Jährige mit einem Messer getötet.
  • Eine weitere Frau wurde ebenfalls schwer verletzt.
  • Am Freitag ist der Prozess gegen den 55-jährigen Tatverdächtigen gestartet.

Göttingen / Lindau – Die Staatsanwaltschaft wirft dem ursprünglich aus Mainz stammenden Angeklagten vor, Anfang Juli in Lindau seine 60-jährige Ex-Partnerin im Verlauf eines Streits durch neun mit voller Wucht ausgeführte Messerstiche in den Rumpfbereich getötet zu haben

Tötungsdelikt in Lindau: Auch eine Freundin des Opfers wurde schwer verletzt

Zuvor habe er auf eine 59-jährige Freundin der Getöteten eingestochen und diese schwer verletzt. Er ist deshalb außer wegen Totschlags auch wegen gefährliche Körperverletzung angeklagt. Am ersten Verhandlungstag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen wurde nur die Anklage verlesen. Mitte Januar soll der Prozess fortgesetzt werden.

Grund für die Bluttat soll die Trennung gewesen sein

Hintergrund der Bluttat soll ein Trennungsstreit sein. Laut Anklage hatte der 55-Jährige gemeinsam mit der 60-Jährigen in Lindau ein Hotel betrieben.

Ein Streit eskalierte am Tattag - dann griff der 55-Jährige zum Messer

Am Tattag habe die 60-Jährige vormittags einige Kleidungsstücke und einen Kinderbuggy aus dem Hotel geholt. Später sei sie dann mit einer 59-jährigen Freundin noch einmal zurückgekommen, um unter anderem einen Laptop mitzunehmen. Darüber sei dann ein heftiger Streit entbrannt, der handgreiflich wurde.

Dann habe der 55-Jährige den Raum verlassen und sei mit einem Fahrtenmesser zurückgekommen. Der Angeklagte sei dann auf die 59-Jährige losgegangen und habe ihr die etwa 18 Zentimeter lange und drei Zentimeter breite Klinge in den rechten Unterarm gestochen.

59-jährige Freundin des Opfers wurde notoperiert

Die 59-Jährige erlitt dadurch zwei tiefe Stichverletzungen, wobei sämtliche Strecksehnen durchtrennt wurden. Auch die Elle war gebrochen. Die Schwerverletzte wurde im Göttinger Uni-Klinikum notoperiert.

Bevor die 59-Jährige schwer verletzt fliehen konnte, hatte sie laut Staatsanwaltschaft noch ihrer Freundin gesagt: „Ruf die Polizei“. Die 60-Jährige habe sich zunächst zwischen die beiden gestellt und um Hilfe geschrien. 

Staatsanwaltschaft geht von Tötungsvorsatz aus

Während die 59-Jährige aus dem Hotel lief, habe der Angeklagte seine Ex-Partnerin verfolgt und mit beiden Händen auf sie eingestochen. Selbst als diese im Flur auf dem Rücken zum Liegen kam, habe er ihr nochmals mit großer Wucht das Messer in den Unterbauch gestochen, heißt es in der Anklage. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass er mit Tötungsvorsatz gehandelt hat.

Neunmal wurde mit voller Wucht auf die 60-Jährige eingestochen

Die 60-Jährige erlitt insgesamt neun tiefere, bis zu 7,5 Zentimeter lange Stichverletzungen. Sie verstarb laut Anklage noch am Tatort in Folge einer Herzstichverletzung.

Zu dem Prozess sind auch mehrere Nebenkläger zugelassen. Neben der schwerverletzten Freundin gehören dazu auch drei Kinder der Getöteten.

Prozess wird Mitte Januar fortgesetzt

Am ersten Verhandlungstag wurde nur die Anklage verlesen. Mitte Januar soll der Prozess fortgesetzt werden. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage terminiert. Ein Urteil wird frühestens im Februar erwartet.

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