Ehemalige Güllegrube soll künftig als Löschwasserreservoir dienen

Löschteich in Fredelsloh soll aus Sicherheitsgründen verschwinden

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Der Feuerlöschteich in Fredelsloh: Er soll zugeschütt et werden. Dort ist eine Grünfläche geplant.

Fredelsloh – Der nur mit einer niedrigen Betonmauer und einem simplen Handlauf eingefasste Mühlenteich an der Ortsdurchfahrt (Sollingstraße) von Fredelsloh soll zugeschüttet und durch eine Grünfläche ersetzt werden.

Voraussetzung ist, dass Löschwasser für die Feuerwehr an anderer Stelle vorgehalten werden.

Das beschloss der Ortsrat der Moringer Ortschaft unter der Federführung von Ortsbürgermeister Stefan Josef (SPD) einstimmig in seiner ersten Sitzung im Sportheim nach einer siebenmonatigen Sitzungspause. Hintergrund, so Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte in unter Corona bedingten Vorsichtsmaßnahmen stattfindenden Sitzung, ist insbesondere das Teichunglück in Neukirchen bei Kassel. Dort sind 2016 in einem Feuerlöschteich drei Kinder ertrunken, der Bürgermeister wurde anschließend wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe auf Bewährung wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht verurteilt.

Hinzu kommen Probleme mit dem baulichen Zustand des Teiches und seinem Zufluss. Bereits seit den 1980er-Jahren sei der Zufluss regelmäßig gestört gewesen, sodass zwei Zisternen im Bereich des Klosterhofs errichtet worden seien, um die Versorgung mit Löschwasser zu sichern.

In der Sitzung beklagten der Moringens Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Pfüller und Ortsbrandmeister Niklas Ohm vor der Entscheidung, dass das Löschwasser in der mit rund 900 Einwohner nach wie vor größten Ortschaft von Moringen, ein knappes Gut ist. Sie hätten es eigentlich gern gesehen, den Teich als Reserve im Hintergrund zu wissen. Glücklicherweise habe sich aber jetzt ein Landwirt bereit erklärt, seine nicht mehr benötigte Güllegrube als Löschwasserreservoir zur Verfügung zu stellen.

Der Stadtbrandmeister, der aus Fredelsloh kommt: „Wir sind auf jeden Tropfen angewiesen und brauchen eine zusätzliche Entnahmestelle.“ Er wies unter anderen darauf hin, dass beim Einsatz einer Drehleiter das Wasser kaum ausreiche.

Feuerwehr und Ortsrat machen sich aber nicht nur Sorgen um die Löschwasserversorgung. Ortsbürgermeister Stefan Josef: „Auch bei der Trinkwasserversorgung handeln wir Spitz auf Knopf!“ Fredelsloh wird von einer Wasserleitungsgenossenschaft mit dem kostbaren Nass versorgt, das drei Quellen im Solling anzapft. Durch die Trockenheit der beiden vergangenen Jahre sprudeln sie auch nicht mehr so ergiebig wie in früheren Jahren.

Der Stadtbrandmeister sagte außerdem, dass der Mühlenteich von der Feuerwehr in der Vergangenheit alle zwei, drei Jahre entschlammt worden sei. Nach Verwaltungsangaben habe die Feuerwehr dafür 80 bis 90 Arbeitsstunden angegeben. Der Überlassungsvertrag zur Fischzucht in dem Teich mit einem privaten Nutzer sei inzwischen aufgelöst worden.

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