Landrätin Astrid Klinkert-Kittel weist Kritik am Vorgehen der Kreisverwaltung zurück

Einstimmiger Kreistagsbeschluss: Luftfilter für alle kreiseigenen Schulen

Ein mobiles Luftfiltergerät steht auf diesem Symbolbild in einem Klassenraum.
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Ein mobiles Luftfiltergerät steht auf diesem Symbolbild in einem Klassenraum.

Die Schulen im Landkreis Northeim erhalten mobile Luftfiltergeräte und Ventilatoren. Das hat der Kreistag einstimmig beschlossen.

Northeim – Die ersten 50 Geräte sollen zu Beginn des neuen Schuljahrs in den Klassen 5 und 6 der kreiseigenen Schulen sowie den Klassenräumen der Weperschule Hardegsen. Die Förderschule wird von besonders gefährdeten Kindern besucht.

255 000 Euro gibt der Landkreis für diesen ersten Schritt aus.

In einem zweiten Schritt sollen weitere Geräte in allen übrigen allgemeinen Unterrichtsräumen der weiteführenden Schulen aufgestellt werden. Dieser maximal 1,52 Millionen Euro schwere Auftrag, den der Kreis über Kredite finanziert, wird europaweit ausgeschrieben. Die Verwaltung bemüht sich um Fördergeld.

Diesen Beschlüssen ging eine hitzige Debatte voraus. Es habe „keinen Zeitverzug“ bei der Bestellung der Geräte und „keine Verschwendung von Steuergeldern“ durch Gutachten gegeben, erklärte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD).

Die Geräte könnten schon längst in den Schulen stehen, meinte dagegen der Kreistagsabgeordnete und Landratskandidat Christian Grascha (FDP). Ein entsprechender Vorstoß seiner Partei vor neun Monaten sei von der SPD „blockiert und verhindert“ worden.

Grascha begrüßte die „180-Grad-Wendung“ der Landrätin, gab aber zu bedenken, dass die Geräte aufgrund der aufwendigen Ausschreibung voraussichtlich erst im Laufe des kommenden Jahres „flächendeckend“ zum Einsatz kommen könnten.

„Sprachlos“ zeigte sich Beatrix Tappe-Rostalski (CDU). Der Kreis habe „Zeit verloren“. Angesichts der nahenden vierten Corona-Welle zähle jedoch „jede Woche“. Göttingen habe die Beschaffung der Geräte bereits im Februar beschlossen. „Wir haben keine schnelle Entscheidung gefällt, weil lange unklar war, wie nützlich solche Geräte überhaupt sind“, gab Karen Pollok (Grüne) zu bedenken. Sie setze sich nun dafür ein, alles zur Verhinderung erneuter Schulschließungen zu tun.

Genervt von Kritikern, die „im Nachhinein alles besser wissen“, zeigte sich Uwe Schwarz (SPD). Die neue Position der SPD habe nicht zuletzt damit zu tun, dass Bund und Land seit Juli die Beschaffung der Geräte finanziell förderten. Anders als Göttingen habe Northeim zunächst Pilotprojekte gestartet und externe Expertise zu verschiedenen Geräten in Anspruch genommen. (Michael Caspar)

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