Gift in Stadtwäldern gegen Nagetiere– Landwirtschaft stärker betroffen

Mäuseplage: Geringe Schäden in Wäldern

Des einen Freud' des anderen Leid: Es gibt durchaus Bewohner des Landkreises Northeim, denen die Mäuseplage gelegen kommt. Karikatur: Mönkemeyer

Northeim. Die Wälder im Landkreis Northeim blieben von der Mäuseplage, die in vielen Regionen Niedersachsens für erhebliche Schäden gesorgt hat, weitestgehend verschont.

Laut Michael Rudolph, Presesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, gibt es zwar auch im südniedersächsischen Raum einige Flächen, auf denen bis zu einem Drittel der neu angepflanzten Bäume zerstört wurden. Insbesondere auf aufgeforsteten ehemaligen Ackerflächen. Insgesamt sei die Region aber relativ gut davon gekommen, ganz im Gegensatz zum Raum Oldenburg, wo erheblich größerere Schäden zu verzeichnen seien. In welchem Umfang Neuanpflanzungen nötig sein werden, könne man aber derzeit noch nicht sagten, so Rudolph. „Im Moment entspannt sich die Lage, weil den Mäusen jetzt auch viele andere Nahrungsquellen zur Verfügung stehen.“

Nach Einschätzung von Förster Siegfried Arndt, der für die Stadtwälder in Northeim und Moringen sowie für 15 Forstbetriebsgemeinschaft im Bereich Ahlsburg verantwortlich ist, konnten größere Schäden auch durch rechtzeitig eingeleitete Gegenmaßnahmen verhindert werden.

Angesichts des milden Winters sei damit zu rechnen gewesen, dass es eine stärkere Mäusepopulation geben würde, sagte Arndt auf HNA-Anfrage. „Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen hat im Herbst eine entsprechende Warnung herausgegeben, und wir haben entsprechend reagiert und Gift eingesetzt.“

Darüber hinaus habe sich bewährt, bei der Aufforstung auf die sogenannte Naturverjüngung zu setzen - also auf junge Bäume, die nicht angepflanzt werden, sondern natürlich nachwachsen. Dank der großen Anzahl hätten die Bestände die Mäuseplage aber gut verkraftet, so Arndt.

In der Landwirtschaft werden hingegen Schäden durch Mäusefraß erwartet.Der Umfang der Schäden auf den Äckern und Feldern lässt sich nach Einschätzung von Hartmut Danne, Vorsitzender des Kreisbauerverbandes Northeim-Osterode, derzeit noch nicht beziffern. Ein Verzicht auf die Fuchsjagd könnte nach Ansicht einiger Experten die Lage entschärfen. In einigen Landesforsten wird bereits auf die Fuchsjagd verzichtet. Ein grundsätzliches Jagdverbot wäre nach Ansicht von Kreisjägermeister Dietmar Grüning im Hinblick auf den Naturschutz allerdings kontraproduktiv. „Der Fuchs jagt leider nicht nur Mäuse, sondern zum Beispiel auch Rebhühner und anderes Niederwild.“

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