Das magische Spiel mit Feuer

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Feurige Angelegenheit: Tabea Laubinger und Joachim Heise lassen ihre Handflächen brennen.

Moringen. Schülerin Tabea Laubinger aus Blankenhagen verdient sich Taschengeld als Assistentin eines Zauberers.

Kellnern, Zeitungen austragen oder Babysitten: Das sind Jobs, mit denen sich Schüler normalerweise ihr Taschengeld verdienen. Nicht so Tabea Laubinger. Die 18-Jährige aus Blankenhagen hantiert in ihrer Freizeit mit Feuer und lässt sich auch mal in der Körpermitte durchsägen oder wegzaubern. Seit einem Jahr arbeitet sie als Assistentin von Zauberer Joachim Heise aus Moringen.

„Ich habe nach einem Job gesucht, der nicht so gewöhnlich ist“, sagt sie. Als Joachim Heise, der unter dem Namen Mister Morani auftritt, vor einem Jahr nach einer neuen Assistentin suchte, bewarb sie sich kurzerhand - und bekam den Zuschlag. „Man muss recht klein, schlank und gelenkig sein“, sagt sie. „Sonst passt man nicht in die Kisten.“ Als Tänzerin im Karnevalsverein brachte sie bereits erste Bühnenerfahrungen mit.

Von Kisten durchbohrt

Ihr Lieblingstrick sei das Kubushaus, verrät Tabea Laubinger. „Dabei werde ich von mehreren Kisten durchstoßen, klettere hinterher aber wieder unversehrt aus dem Haus hinaus.“ Wie das genau funktioniert, will die Schülerin nicht verraten. Der Zauberer-Ehrenkodex gilt auch für Assistenten.

In Südniedersachsen, Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen ist das Duo unterwegs, um Kinder und Erwachsene mit Zaubertricks zum Staunen zu bringen. In diesem Jahr hatten die beiden zwölf Auftritte, doch es gab auch Zeiten, in denen der Moringer 17-mal pro Monat auf der Bühne stand.

Mit 57 Jahren wurde der Kfz-Mechaniker plötzlich arbeitslos, fand keinen neuen Job. Deshalb machte er sich mit seinem Hobby, der Zauberei, selbstständig. Inzwischen ist er 64 Jahre alt und Rentner. Die Zauberei fasziniert ihn noch immer - genauso wie seine junge Kollegin.

Eineinhalb Tage Vorbereitung stecken in einer Show, die Jochim Heise und Tabea Laubinger individuell auf ihre Kunden abstimmen. Ob Tierzauberei beim Kindergeburtstag oder Großillusionen auf der Show-Bühne, für jeden Auftritt wählt das Duo aus 500 Zaubertricks etwa 100 bis 150 Tricks aus.

„Die Feuershow fasziniert mich besonders.“

Natürlich verliere die Zauberei ihren Zauber, wenn man die Tricks kennt, gibt die 18-Jährige zu. „Doch die Feuershow, die fasziniert mich besonders. Das ist ja keine Zauberei, sondern Physik.“ Dabei wird sie auch selbst aktiv, wenn sie zum Beispiel ihre Handflächen in Brand setzt, ohne sich zu verbrennen. Meistens agiert sie im Hintergrund, sorgt für Musik- und Lichteffekte und lenkt das Publikum ab, falls mal eine Panne passiert.

Ob sie sich auch nach dem Abitur im kommenden Sommer weiter mit der Zauberei beschäftigt, weiß Tabea Laubinger noch nicht. Doch sie ist sich sicher: Auf der Bühne vor Publikum zu agieren, offen und freundlich mit Menschen und Tieren umzugehen, das kann für das Berufsleben nur förderlich sein. (jus)

www.zauberer-morani.de

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