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Mahnwache in Northeim: Schweigen am muslimischen Gräberfeld

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Von: Kathrin Plikat

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Mahnwache am muslimischen Gräberfeld auf dem Northeimer Stadtfriedhof
Mahnwache am muslimischen Gräberfeld auf dem Northeimer StadtfriedhofFreitag, 16. November, 2018 © Foto: Hubert Jelinek

Über 200 Menschen waren dem Aufruf des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne zu einer Mahnwache am muslimischen Gräberfeld auf dem Northeimer Stadtfriedhof gefolgt.

Dort hatten am vorigen Wochenende Unbekannte zahlreiche muslimische Gräber unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert (HNA berichtete). 

Hans Harer vom Northeimer Arbeitskreis Friedhofskultur sagte in einer kurzen Ansprache, dass „durch solche Störungen, wie wir sie hier auf dem Grabfeld erleben mussten, die zaghaften Schritte der Integration gefährdet werden“ und rief zu dreiminütigem Schweigen auf. 

Müfit Pürtelas, der das muslimische Gräberfeld 2011 zusammen mit Harer initiiert hatte,  sprach für die drei muslimischen Gemeinden und bat die Northeimer darum, mehr mit ihren muslimischen Nachbarn, Freunden und Arbeitskollegen  ins Gespräch zu kommen: "Seht in der Andersartigkeit keinen Nachteil, sonder eher die Chance, etwas Neues kennen zu lernen". 

Zwar seien die Schmierereien und die Farbe inzwischen fast vollständig weggewischt, doch die Wunde und die Trauer, die die Schmierereien hinterlassen haben, seien weiter tief. Pürtelas: "Für mich war es sehr schlimm, die Familien am Grab ihrer Verstorbenen weinend und verstört zu sehen".

Er rief die Teilnehmer an der Mahnwache dazu auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Northeim weiterhin bunt bleibt und der Hass die Menschen nicht verändert.

Nach dem Schweigen sprachen  auch die anwesenden Muslime ein gemeinsames Gebet. 

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