Makler: Besteller-Prinzip bringt Nachteile für Mieter

Michael Lauterberg

Northeim. Bereits einen Monat nach Inkrafttreten des „Besteller-Prinzips" für die Maklerprovision sind auf dem Wohnungsmarkt erste Auswirkungen zu spüren.

„Das Angebot an Mietwohnungen ist kleiner geworden“, sagt Makler Sieghard Willmer vom gleichnamigen Immobilienbüro in Northeim. Anstatt einen Makler zu beauftragen, würden viele Vermieter ihr Glück nun selbst versuchen, die Wohnung unter der Hand vergeben oder gar nicht mehr anbieten, glaubt er.

Er selbst habe einige Aufträge verloren, sagt Willmer. An anderer Stelle sei das Angebot aber nicht größer geworden, wie zum Beispiel anhand der Immobilienanzeigen in der Zeitung zu sehen sei. „Es hat sich nichts verbessert. Für viele Mieter wird es eher schwieriger.“

Die gleiche Entwicklung registriert auch der Immobilienverband Deutschland (IVD). „Aus vielen Portalen sind Angebote verschwunden“, sagt Michael Lauterberg, der als Regionalvorstand des IVD Nord für den Bereich Göttingen zuständig ist und selbst ein Immobilienbüro leitet. „Manche Vermieter erhöhen die Miete, um sich die Gebühr zurückzuholen. Andere verankern einen Kündigungsausschluss von ein bis zwei Jahren im Mietvertrag, um zu verhindern, dass der Mieter bald wieder auszieht und sie erneut suchen müssen.“

Das Besteller-Prinzip in der aktuellen Form sei der falsche Weg, um die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, findet Lauterberg. Denn zugleich mache es das Gesetz Mietern fast unmöglich, selbst einen Makler für die Wohnungssuche zu beauftragen.

Laut Gesetz darf der Makler nur dann eine Provision verlangen, wenn er ausschließlich für einen Mieter auf die Suche gegangen ist. Liegen ihm gleichzeitig mehrere ähnliche Suchaufträge von Wohnungssuchenden vor, kann er am Ende von keinem der Interessenten eine Courtage verlangen.

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