Marktplatz: Das Klavier bringt Augen zum Leuchten

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Restauriert: Es ist erstaunlich, was Olaf Försterling aus einem alten kaputten Klavier machen kann.

Ich hab das einfach mal ausprobiert“ antwortet Olaf Försterling auf die Frage, wie man darauf kommt, ein Klavier zu restaurieren. Schnell wird klar, dass hier ein echtes Talent am Werk war. Nach einem Versuch sieht das Instrument jedenfalls nicht aus.

Das Klavier wurde nicht einfach nur neu lackiert, sondern generalüberholt. Statt einer Holzverkleidung entschied sich Olaf Försterling für eine Glasfront, sodass beim Spielen die Hammerschläge zu sehen sind. Außerdem hat der Hobbyrestaurator eine LED-Beleuchtung eingebaut. „Das macht optisch was her“, so Försterling, „selbst wenn nicht gespielt wird, ist das Klavier als indirekte Lichtquelle ein richtiger Hingucker“.

Ausgangspunkt: geschenktes, kaputtes Instrument

Angefangen hat alles mit dem Keyboardunterricht der damals 12-jährigen Tochter Laura. „Zuerst reichte ein Keyboard.

Als klar wurde, dass meine Tochter echtes Interesse am Spielen hat, dachten wir erstmals über die Anschaffung eines Klaviers nach.“ Nach vielen Gedanken und Recherchen entschloss die Familie sich, zunächst nach einem gebrauchten Klavier zu schauen. Dann entdeckte Olaf Försterling die Anzeige, in der ein Klavier nicht verkauft, sondern verschenkt werden sollte.

Das Telefonat war schnell erledigt, die Entscheidung sollte allerdings noch etwas dauern, denn das zu verschenkende Klavier war in einem sehr schlechten Zustand. „Aus der Not heraus, dass wir unserer Tochter gerne ein Klavier schenken wollten, aber keine gebrauchten Instrumente nach unseren Ansprüchen zu finden waren, entstand bei mir dann aber der Ehrgeiz, aus dem alten kaputten Klavier ein echtes Unikat zu machen“ sagt Försterling über die Entscheidung, selbst Hand anzulegen.

Ehrgeiziger Plan

Als angestellter Tischler konnten die handwerklichen Voraussetzungen nicht besser sein. Trotzdem hat Olaf Försterling sich genauestens informiert, worauf bei der Restauration eines Klaviers besonders geachtet werden muss. Schließlich trafen hier die beiden Ansprüche, nicht nur optisch ein schönes Ergebnis zu erzielen, sondern das Klavier auch wieder spieltauglich zu bekommen, aufeinander.

Nach mehreren Wochen Arbeit, einer kompletten Zerlegung und am Ende einem Neuzusammenbau, präsentierte Olaf Försterling seiner Familie dann das „neue“ Klavier. „Ich konnte gar nicht glauben, was er aus dem alten, kaputten Ding von vorher gemacht hat“, meint Laura. „Neben der Tatsache, dass ich jetzt ein eigenes Klavier habe, steht da natürlich auch der ideelle Wert – die vielen Stunden die mein Vater an meinem Instrument gearbeitet hat. Ich schätze das sehr“, sagt die mittlerweile 19-Jährige.

Seitdem hält Försterling Ausschau nach günstigen gebrauchten Klavieren, um seinem Hobby, dem Restaurieren alter Klaviere, zu frönen. „Ich bin zwar etwas wehmütig, wenn ein fertiges Klavier verkauft wird, schließlich haben wir bis dahin viel Zeit gemeinsam verbracht“, lacht Försterling. „Aber ich freue mich auch, wenn ich anderen mit meiner fertigen Arbeit eine Freude machen kann.“

Klavier wird noch gestimmt

Abschließend fügt er hinzu: „Das Klavier, das wir aktuell zum Verkauf anbieten, werden wir noch stimmen und mechanisch überholen lassen, sobald sich ein Käufer gefunden hat. Das ist aber im Verkaufspreis schon enthalten.“

Von Patrizia Walter

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