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Mehr Geld für Schuhwallhalle

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Von: Michael Caspar

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Thorsten Kühn (CDU) Finanzausschussvorsitzender
Thorsten Kühn (CDU) Finanzausschussvorsitzender © Weiss, Olaf

Der Landkreis Northeim soll sich anteilig an zu erwartenden Kostensteigerungen beim Ersatzneubau der Northeimer Schuhwallhalle bis 2026 beteiligen. Das hat der Ausschuss für Personal und Finanzen bei zwei Enthaltungen empfohlen.

Northeim – Branchenkenner gehen in diesem Jahr von Kostensteigerungen in Höhe von 15,3 Prozent aus, teilte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) auf Nachfrage dem Ausschuss während seiner Hybridsitzung in der Aula der Oberschule mit. Zum Vergleich: 2017 habe die Rate bei 3,3 Prozent gelegen, 2018 bei 4,7 Prozent. Der „immense Zuwachs“ werde durch zusätzliche Materialknappheit in Folge von Russlands Krieg gegen die Ukraine noch angeheizt.

Der Landkreis, so Klinkert-Kittel, solle „als fairer Partner“ der Stadt Northeim die zusätzlichen Kosten anteilig übernehmen.

Beim derzeit geplanten Zuschuss von 4,2 Millionen Euro wären das – wenn in diesem Jahr gebaut würde – voraussichtlich gut 630 000 Euro. Bis zur geplanten Fertigstellung in den Jahren 2024 bis 2026 könne der Betrag noch steigen.

Der Ausschussvorsitzende Thorsten Kühn (CDU) äußerte Bedenken, dem Bauherren „einen Freifahrtschein“ auszustellen. Ohne zu wissen, was auf den Landkreis zukomme, Kostensteigerungen zuzustimmen sei „mutig“, fand Kreistagsmitglied und Northeimer Ratsherr Carl Christian von Plate Stralenheim (CDU).

Ludwig Binnewies (SPD) drängte auf eine Entscheidung. „Es ist nichts gewonnen, wenn wir keinen Beschluss fassen“, gab er zu bedenken. Mit Blick auf die Planungen, die sich bereits seit 2017 hinzögen, warnte er vor einer „erneuten Ehrenrunde“. Und Gerhard Melching (SPD) meinte, dass sich die Politik nicht aus Angst vor zu erwartenden Kostensteigerungen in ihrer Arbeit „lähmen“ lassen dürfe.

Mit seiner Forderung, dass sich der Landkreis bereits jetzt verpflichten solle, die Kostensteigerungen bis zur tatsächlichen Fertigstellung der Halle – also eventuell auch nach 2026 – anteilig zu übernehmen, konnte sich Melching nicht durchsetzen.

Auf Anregung der Referatsleiterin Finanzen, Sabine Lange, will sich der Landkreis um Mittel aus der Kreisschulbaukasse bemühen. Das stimmte die CDU versöhnlich. (Michael Caspar)

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