Aufstellung von zwei Türmen geplant 

Mehr Platz für Schwalbenkinder im Landkreis Northeim

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Junge Schwalben im Nest: Anblicke wie dieser werden auch im Landkreis Northeim selten. Immer mehr Hausbesitzer sind vom Brutbetrieb und den damit verbundenen Verschmutzungen genervt und sorgen dafür, dass Schwalben an ihren Häusern keine Möglichkeit mehr zum Nisten finden.  

Parensen. Es gibt immer weniger Schwalben im Landkreis Northeim. Naturschützer wollen dagegen jetzt was unternehmen.

Besucher des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Parensen wundern sich vielleicht über ein mit Gittern abgedecktes, etwa ein Meter tiefes Loch auf dem Gelände und einen meterlangen, dicken Balken daneben. Was soll daraus werden?

Die Lösung des Rätsels: Ein Nistturm für Schwalben, der mehr als fünf Meter hoch sein wird. Die gesamte Konstruktion, erläutert Mitinitiator Klaus Bodenstein vom NABU Northeim und Umgebung, wiegt knapp eine Tonne. Der Turm muss fest in die Erde einbetoniert werden.

Unterkünfte für Fledermäuse

Vorstellen kann man sich den hölzernen Turm wie einen aufgestellten Regenschirm, mit runder, dachartiger Aufbaukonstruktion. In dieser können bis zu 24 Schwalben nisten. Hierfür werden vorgefertigte Nester eingebaut, auf der Dachkonstruktion werden zusätzlich Unterkünfte für Fledermäuse gebaut. Auch Mauersegler können die Nester nutzen, erklärt Bodenstein.

Geld von der Bingostiftung

Aufgekommen sei die Idee durch eine Einwohnerin Parensens, Yvonne Willbecke. Sie habe beobachtet, wie Einwohner eines Neubaugebietes Schwalbennester an ihren Hauswänden beseitigen und habe den NABU informiert. Dieser habe sich mit der „Gruppe Parensen“ und der Initiative „Unsere Umwelt Mörliehausen“ aus Großenrode zusammengetan. Unterstützt durch eine 8000-Euro- Spende der Bingo-Stiftung Niedersachsen sei das Projekt in die Tat umgesetzt worden. Ein Turm koste 5000 bis 6000 Euro, erläutern die Initiatoren.

Eine unschätzbare Hilfe, berichtete Parensens Ortsbürgermeister Dietmar Günther, sei die Zimmerei Ludewig vor Ort gewesen. Diese bietet die Türme als „Bausätze“ an. Die ehrenamtlichen Helfer erhielten Gelegenheit, nach Feierabend, in der Halle von Alfred Ludewig an dem Projekt zu arbeiten.

Schwergewicht am Flaschenzug: Dietmar Günther (von links), Rolf Wohlfarth, Klaus Bodenstein und Herbert Kuchenbuch setzen in der Werkstatt in Parensen den ersten Schwalbenturm zusammen, der am Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt werden soll. Ein zweiter ist bereits für Großenrode geplant.

Bisher sei die Aufstellung von zwei Türmen geplant, einmal am DGH in Parensen und in Großenrode in der Mörliehäuser Straße, unweit eines Trafohäuschens. Diese Türme sollen so schnell wie möglich errichtet werden, damit die Vögel sie im Frühling beziehen können. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Turm in Parensen dieses Jahr noch aufstellen können, vielleicht sogar den in Großenrode“, berichtet Bodenstein.

Auch Angerstein, Northeim und Hardegsen hätten Interesse angemeldet. Das Ziel sei, sagt Herbert Kuchenbuch aus Parensen, dass solche Türme flächendeckend im ganzen Landkreis aufgebaut werden, um die Population an Schwalben stabil zu halten.

Hierfür könne auch jeder Hausbesitzer etwas tun. Ein einfaches Kotbrett unter dem Dach ermögliche es, dass Schwalben dort ihren Nachwuchs aufziehen können, ohne Straßen und Gehwege mit Kot zu verschmutzen.

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