Landes-Sofortprogramm verteilt EU-Corona-Hilfsgeld

Städte und Gemeinde im Kreis Northeim erhalten 2,9 Millionen Euro

Die Moringer Innenstadt aus der Vogelperspektive: Schwerpunkt-Ideen für das Förderprogramm sind unter anderem Neugestaltungen der Plätze an der Stadthalle (unten im Bild) und am Domänenhof (oben rechts).  Bild von 2013
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Die Moringer Innenstadt aus der Vogelperspektive: Schwerpunkt-Ideen für das Förderprogramm sind unter anderem Neugestaltungen der Plätze an der Stadthalle (unten im Bild) und am Domänenhof (oben rechts). Archiv

Für viele Kommunen fast ein wenig überraschend: Fast 2,9 Millionen Euro will das Land an Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim zur Stärkung der Innenstädte überweisen.

Landkreis Northeim - Möglich macht es das aus EU-Corona-Hilfen finanzierte Programm „Perspektive Innenstadt“. Das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes umfasst 117 Millionen Euro aus der EU-Aufbauhilfe und soll Kommunen angesichts Corona dabei unterstützen, ihre Innenstädte (bzw. Grundzentren) mit eigenen Konzepten attraktiver aufzustellen.

Antragsberechtigt waren bis 15. Juli alle niedersächsischen Städte und Gemeinden (Gemeindeverbünde) ab 10 000 Einwohner. Die Kommunen müssen 10 Prozent beisteuern, die Projekte bis Ende März 2023 realisiert sein.

Mit dabei sind Northeim und Einbeck, die je 755 000 Euro bekommen sollen, die Stadt Uslar, die sich über 345 000 Euro freuen kann, sowie die Gemeinden Nörten-Hardenberg und Katlenburg-Lindau, Moringen und Hardegsen sowie Bodenfelde und Dassel, die jeweils gemeinsam 345 000 Euro bekommen. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung mit.

Alle eingereichten Förderanträge für das erst Ende Juni vorgestellte Programm seien bewilligt worden. Die Kommunen hatte nur 15 Tage Zeit für eine grobe Antragsstellung. Nicht mit von der Partie sind die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kalefeld.

Das macht Northeim

Die Stadt Northeim möchte die 755 000 Euro für Veranstaltungen in der City, die Zwischenanmietung von leeren Läden, die Etablierung eines City-Managements, die Einführung eines Mehrwegsystems, die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt für Radverkehr, für Pflanzprojekte und temporäre und mobile Spielelemente nutzen, betont Bürgermeister Simon Hartmann.

Simon Hartmann, Bürgermeister von Northeim (SPD)

„Unsere Überlegungen für die Stadtsanierung und die Erkenntnisse aus dem Umstrukturierungsprozess von Touristik und Stadtmarketing werden dabei ebenso einfließen, wie die von Stadt und Standortgemeinschaft durchgeführte Struktur- und Potenzialanalyse für die Innenstadt.“

Das macht Uslar

In Uslar sollen laut Stefanie Möhlenhoff mit den 345 000 Euro klimaschutzfördernde Projekte im Schlosspark und im Forstgarten sowie die Gewässeröffnung des Martinsbachs finanziert werden. Auch Leerstandsnutzung und die Optimierung der Verbindung der Wiesenstraße mit der Altstadt seien Ideen für die Fördermaßnahme. Eine Abstimmung mit der Politik solle noch am 27. September erfolgen.

Außer Northeim und Uslar haben sich sieben weitere Kreis-Kommunen für das Programm „Perspektive Innenstadt“ beworben. Alle Anträge wurden vom Land bewilligt. Neben Einbeck sind sechs kleinere Kommunen dabei, die sich zu drei Zweierbündnissen zusammengetan hatten, damit sie die geforderte Mindestanzahl von 10 000 Einwohnern überschreiten.

Das macht Einbeck

Die Stadt Einbeck bekommt wie Northeim 755 000 Euro. Die Stadt und die Einbeck Marketing GmbH hatten gemeinsam Projekte für den Antrag entwickelt, berichtet Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Das Geld soll in der Einbecker Innenstadt ausgegeben werden:

Für die Anmietung leerer Ladenlokale zur reduzierten Weitervermietung, für die Einrichtung eines digitalen Leerstandsmanagements, zur Aufstockung des städtischen Förderprogramms „Projekt Wohnfenster – Stube statt Shopping“, für neue Außenmöblierung in der Innenstadt, für die Etablierung eines umweltfreundlichen Liefersystems und für eine neue Weihnachtsbeleuchtung.

Ferner soll Geld zur Umsetzung der Idee „Pop-Up-Karussell“ aus dem Fachwerk-Fünfeck (Leerstände werden zu temporären Galerien) sowie für die Sanierung der Stadtmauer und die Neugestaltung des Mühlenwalls am Storchenturm ausgegeben werden.

Die Gemeinden Nörten-Hardenberg und Katlenburg-Lindau hatten gemeinsam einen Antrag gestellt. Der Verbund bekommt 345 000 Euro, der Betrag wird geteilt. Nörten-Hardenberg möchte laut Bürgermeisterin Susanne Glombitza folgende Projekte angehen:

Das macht Nörten-Hardenberg

Die Aufwertung des „innenstadtnahen“ Friedhofs als Grün- und Erholungszone und Erstellung eines Konzepts alternative Verkehre in der Innenstadt. Dabei sollen die Leitung des Radverkehrs verbessert und die Dörfer sicherer angebunden werden.

Außerdem ist angedacht, Parkleit- und Beschilderungssysteme zu schaffen, um den Einkauf im Ort attraktiver zu machen. Auch vom Leine-Heide-Radweg sollen so mehr Besucher in die Innenstadt gelockt und geleitet werden.

Das macht Katlenburg-Lindau

In Katlenburg-Lindau soll nach Angaben von Bürgermeister Uwe Ahrens das Fördergeld zur Reaktivierung von Leerständen ausgegeben werden. Dabei geht es um den Burgbergkomplex, der erst weiter saniert werden muss sowie um mehrere Immobilien teils in sehr zentraler Lage in Lindau, wobei auch Abbruchmaßnahmen nicht auszuschließen seien.

Im Verbund waren auch Hardegsen und Moringen angetreten. Auch sie teilen sich die Fördersumme von 345 000 Euro.

Das macht Hardegsen

In Hardegsen soll laut Bürgermeister Michael Kaiser folgende Ideen angegangen werden: Entwicklung einer Innenstadtstrategie, Umgestaltung des westlichen Eingangsbereichs zur Innenstadt (Steinbreite/Lange Straße) durch Sanierung der Sandsteinmauer, klimagerechte Grünflächengestaltung, neue Sitzgelegenheiten und Aufstellung von touristischen Hinweistafeln.

Zudem die Anlage eines digitalen Stadtrundgangs, Bau weiterer E-Ladesäulen, Unternehmenscoaching für lokale Händler, Anmietung von Leerständen mit Weitergabe an Gründerfirmen und Schaffung eines Parkleitsystems.

Das macht Moringen

In Moringen soll nach Angaben von Bürgermeisterin Heike Müller-Otte ebenfalls ein Innenstadtkonzept erstellt werden. Auch das Unternehmenscoaching für örtliche Händler und die An- und Weitervermietung von Leerständen soll es in Moringen geben.

Zudem geht es um eine Verbesserung der Möblierung der Langen Straße und Seitenstraßen, und es sollen thematische Stadtrundgänge (z. B. Thema Wasser und Mühlen) etabliert werden. Zudem sollen die Umgestaltung der Plätze am Domänenhof und an der Stadthalle zu zentralen Aufenthalts- und Kommunikationsorten und die Einrichtung weiterer E-Ladesäulen angegangen werden.

Das macht Bodenfelde

Die Gemeinde Bodenfelde hat gemeinsam mit Dassel einen Förderantrag eingereicht.

Aus der zugesagten Fördersumme von 345 000 Euro sollen laut Bürgermeister Mirko von Pietrowski 100 000 Euro nach Bodenfelde fließen. Im Antrag des Fleckens war unter anderem der Ausbau der klimaneutralen Mobilität auch durch Erweiterung der Ladesäulen-Infrastruktur genannt worden. (Axel Gödecke)

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