Fachpraxis an den BBS 2 wieder möglich

Berufsschüler in Northeim bereiten sich unter Corona-Bedingungen auf die Prüfung vor

Berufsschüler im Bauhandwerk mit Mundschutz beim arbeiten
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Mit Abstand bei der fachpraktischen Ausbildung im Bauhandwerk: Die Schüler haben einen mit Steinen abgegrenzten Arbeitsbereich. Dachdeckermeister und Lehrer Uwe Schmidt (rechts) hält Abstand bei den Anweisungen.

Unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen bereiten sich Berufsschüler auf die Prüfungen vor.

Nur noch wenige Tage trennt die Berufsfachschüler an den Northeimer Berufsbildenden Schulen (BBS) 2 von ihren Abschlussprüfungen. Seit den Schulschließungen ab dem 16. März wurden sie im Homeschooling unterrichtet. In dieser Zeit konnten zwar theoretische Grundlagen vermittelt werden und auch Videos für die Umsetzung der praktischen Arbeiten wurden seitens der Schule zum Teil bereitgestellt. Aber die notwendige Fingerfertigkeit, die die handwerklichen Berufe erfordern, konnten im Homeschooling nicht geübt werden.

Seit dem 3. Juni besteht wieder für die Schüler die Möglichkeit, die Werkbänke und Maschinen in der Schule zu nutzen und sich auch auf ihre praktische Prüfung vorzubereiten. „Dafür mussten wir entsprechende Hygienekonzepte auch in den Werkstätten erarbeiten“, berichtet Schulleiterin Ines Puschmann. Damit immer genug Abstand eingehalten wird, wurden auch die Gruppenstärken verkleinert.

Bei den Bauhandwerkern beispielsweise trennen Steine am Fußboden den Arbeitsbereich jedes Schülers ab. Jeder bekommt sein eigenes Werkzeug zugeteilt, das er bis zum Ende des Kurses behält. „Wiederverwendbare Materialien kommen nach der Nutzung sieben Tage in Quarantäne in eine Halle“, erklärt Lehrer und Dachdeckermeister Uwe Schmidt das Vorgehen. Die großen Projekte, wie beispielsweise der Bau einer Schaukel, könnten in diesem Jahr nicht umgesetzt werden, dafür fehle die Zeit, da werde einiges „abgespeckt.“ Aber die Inhalte bleiben und deswegen werden nun unter anderem Balkenbänder gesägt und bearbeitet.

Nur jeder zweite Platz an der Werkbank ist besetzt: Fachpraxislehrer Peter Kraus (rechts) bereitet die Schüler auf ihre Prüfung vor.

Ein ähnliches Bild gibt es bei den Metalltechnikern. Hier ist nur jede zweite Werkbank besetzt. Und auch hier hat jeder Schüler sein eigenes Werkzeug. Maschinen, die von allen genutzt werden, müssen nach Gebrauch desinfiziert werden. Die CNC-Maschinen kommen in diesem Jahr vor und in der Prüfung nicht mehr zum Einsatz, bedauert Fachpraxislehrer Peter Kraus, dass dies wegen Ausfällen aufgrund der Schulschließung nicht möglich sei. Da fehle die Routine nach zehn Wochen.

Die Prüfung für die Metalltechniker an der Berufsfachschule sei entsprechend darauf abgestimmt worden. So werde in der Prüfung nun verlangt, die Teile in Handarbeit zu fertigen. Aktuell üben die Schüler Fertigkeiten wie Schrauben und Bohren an ihren Werkbänken.

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