Tatorte auch im Landkreis Northeim

36-Jähriger wegen 18 Taten vor Gericht: Mit Einbrüchen Kokainsucht finanziert

Justizia hält eine Waage
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Justizia hält eine Waage (Symbolbild)

Wegen zahlreicher Einbrüche und Diebstähle muss sich seit Donnerstag ein 36-jähriger Göttinger vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt 18 Taten vor.

Göttingen / Northeim – So soll er zwischen August 2017 und Mai 2018 mehrere Ladendiebstähle begangen haben und in zahlreiche Wohnungen und Büros eingebrochen sein, unter anderem in Göttingen, Nörten-Hardenberg, Katlenburg-Lindau und Hardegsen.

Oft war der Schaden, der durch das Aufhebeln von Türen, Fenstern und Stahlschränken entstand, höher als die Beute. Die Staatsanwaltschaft beziffert diesen Schaden auf über 17 000 Euro. Der Wert der Beute betrage 16 000 Euro. Dieser Betrag soll als Wertersatz vom Angeklagten eingezogen werden.

Zum Prozessauftakt räumte der 36-Jährige einen Großteil der Vorwürfe ein. Er habe die Taten begangen, weil er Geld für Drogen brauchte, sagte er. Er habe damals täglich Kokain konsumiert, „an schlechten Tagen ein Gramm, an guten Tagen fünf bis sechs Gramm“.

Eine der angeklagten Taten soll er gemeinsam mit einem heute 31 Jahre alten Kumpanen begangen haben, der bereits im Februar wegen einer Serie von Einbruchsdiebstählen zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Bei dem gemeinsamen Einbruch in eine Kirchengemeinde in Göttingen-Grone nahmen die Täter neben Bargeld auch ein Buch mit Martin Luthers Tischreden mit. Zwei Monate später soll der Angeklagte erneut in das Pfarrbüro eingebrochen sein und dort unter anderem eine hochwertige Bibel entwendet haben.

Im April 2018 soll der 36-Jährige, nachdem er eine Terrassentür aufgehebelt hatte, in ein Wohnhaus in Nörten-Hardenberg eingedrungen sein und 600 Euro Bargeld sowie Goldschmuck und zwei Sparbücher entwendet haben. Die Sparbücher legte er anschließend bei mehreren Sparkassenfilialen vor. Dort gab er sich unter anderem fälschlicherweise als Enkel der Inhaberin des Sparbuches aus. Zweimal gelang es ihm so, die Mitarbeiter zu täuschen. So erhielt er in Hardegsen und Northeim jeweils 1800 Euro ausgezahlt. Als er sich in der Filiale in Moringen weitere 2800 Euro auszahlen lassen wollte, wurde ihm dies verweigert. Daraufhin legte er noch einmal in Hardegsen ein Sparbuch vor, um 400 Euro zu kassieren – und scheiterte. Die Mitarbeiter lehnten die Auszahlung ab und behielten das Sparbuch ein.

Der 36-Jährige soll auch in anderen Fällen zweimal am gleichen Tatort aufgetreten sein. So gab es zwei Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche in eine Schlachterei in Nörten-Hardenberg sowie die dortige Gemeindeverwaltung. Auch soll er in die Gemeindeverwaltung in Katlenburg-Lindau eingebrochen sein. Die letzte angeklagte Tat war ein Einbruch ins Hardegser Rathaus, wo er laut Anklage erheblichen Schaden anrichtete, da er mehrere Türen aufhebelte. Er stahl unter anderem eine Kamera, ein Laserentfernungsmessgerät, einen Beamer, einen Laptop, ein Notebook und ein Tablet.  (pid)

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