Erste Bilanz der Geschwindigkeitsmessanlage

Mit mindestens  159 km/h auf der Bundesstraße 446 durch Lütgenrode

+
Lütgenrode mit der Ortsdurchfahrt aus Richtung Osten gesehen

Lütgenrode – Die neue Geschwindigkeitsmessanlage in Lütgenrode hat sich bereits bezahlt gemacht: Dieses Fazit zog Lütgenrodes neuer Ortsbürgermeister Eckhard Prommer in der ersten von ihm geleiteten Ortsratssitzung. Lütgenrode teilt sich die Anlage mit Angerstein.

„Die 2800 Euro, die wir zur Geschwindigkeitsmessanlage beigesteuert haben, waren gut angelegt“, sagte Prommer. Er hat die Messergebnisse von 91 Tagen ausgewertet. Insgesamt gab es über eine Million Fahrten durch den Ort auf der B 446. 

Die maximale Zahl pro Tag aus Wolbrechtshausen kommend lag bei 7508, aus Nörten kommend bei 7199. Der Verkehr sei abhängig von der Uhrzeit. Auf 24 Stunden gerechnet ergab sich ein Durchschnitt von insgesamt 493 Fahrzeugen in beiden Richtungen pro Stunde.

Die neue Geschwindigkeitsmessanlage in Lütgenrode misst maximal 159 Kilometer pro Stunde (km/h). Dieser Wert wurde aus Wolbrechtshausen kommend erreicht, erklärte Lütgenrodes Bürgermeister Eckhard Prommer. Da sei also jemand mit mindestens 159 km/h durch den Ort gebrettert. Aus Nörten betrug der höchste Wert 155 km/h.

Prommer führte in der Ortsratsitzung anschaulich aus, dass der Messvorgang unterschiedlich sein müsse, je nachdem, was man erreichen will. Gehe es um Messgenauigkeit, müssten die Abstände zwischen den drei Messpunkten recht kurz sein. Wolle man aber zur Geschwindigkeitsreduktion erziehen, seien größere Abstände wie in Lütgenrode besser, weil die Fahrer Zeit hätten zu reagieren, wenn sie die Anlage entdeckten.

Die Anlage errechnet immer den Durchschnitt der drei Werte. „Das bedeutet aber beispielsweise, dass wenn jemand am ersten Punkt 60, am zweiten 50 und am dritten 40 km/h fährt, dann zeigt die Anlage den Durchschnitt 50 km/h an, also den erlaubten Wert, obwohl der Fahrer am ersten Punkt zu schnell war.“ Prommers umfangreiche Auswertung zeigte, dass nur 3,43 Prozent der aus Nörten kommenden Fahrzeuge durchschnittlich 51 km/h oder mehr fuhren. Anders gesagt: Gut 96 Prozent lagen durchschnittlich auf oder unter den erlaubten 50 km/h. Aus Wolbrechtshausen kommend waren es 10,09 Prozent, die über 50 km/h schnell waren. Der Unterschied ist leicht zu erklären, wenn man die örtlichen Gegebenheiten kennt. Aus Richtung Nörten gibt es eine Kurve, von Wolbrechtshausen aus geht es gerade in den Ort. Die Anlage in Lütgenrode und Angerstein misst nur. Sie blitzt nicht.

Bürgermeisterin Susanne Glombitza teilte auf Anfrage mit, dass der Landkreis Northeim einmal im Monat blitzt. Auch sei der Blitzer-Anhänger Alice einmal eingesetzt worden. „Es sind schon Fahrerlaubnisse eingezogen worden.“

Bürger können selbst den Einsatz von Alice mit einer Mail an blitzer@landkreis-northeim.de unter Angabe des gewünschten Ortes der Messung beantragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.