Mit neuer Lotsin zu Hilfsangeboten

Northeimer Kreisverwaltung und Landrätin wollen mehr gegen Armut tun

Wollen die Armut eindämmen: Die neue Kreis-Mitarbeiterin Seline Baumecker (von links), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Dezernent Harald Rode.
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Wollen die Armut eindämmen: Die neue Kreis-Mitarbeiterin Seline Baumecker (von links), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Dezernent Harald Rode.

Seline Baumecker informiert ab August vor allem Senioren im Landkreis Northeim über Unterstützungsangebote und hilft ihnen auch beim Ausfüllen von Anträgen.

Northeim – Die neue Mitarbeiterin ist Teil eines Pakets gegen Armut, das die Kreisverwaltung vorstellte.

Mehr Geld sollen nach den Vorstellungen von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) auch die Tafeln erhalten. Außerdem regt sie ein zunächst auf drei Jahre befristetes Gebrauchtmöbel-Projekt an.

„Alte Menschen, insbesondere Frauen, sind die mit Abstand am stärksten vom Armutsrisiko betroffene Gruppe in Deutschland“, erklärt die Landrätin. „Viele Berechtigte nutzen aus Unwissenheit oder Scham nicht die Möglichkeit, Grundsicherung, Wohngeld oder andere Hilfen zu beantragen“, ergänzt Harald Rode, Dezernent für Jugend und Soziales.

Die neue Mitarbeiterin im Fachbereich Soziale Leistungen, Seline Baumecker, soll künftig – unterstützt von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und der Politik – den Kontakt zu Betroffenen suchen und diese, wenn gewünscht, zuhause beraten.

Die Landrätin wünscht sich, dass Northeim seine 2019 beschlossene Unterstützung der Tafelläden in Bad Gandersheim, Einbeck, Northeim, Nörten-Hardenberg und Uslar von derzeit maximal 5000 auf bis zu 7500 Euro im Jahr erhöht.

Einen Zuschlag von bis zu 5000 Euro jährlich soll erhalten, wer – wie die Tafel in Northeim – mehr als 1000 Menschen in der Woche versorgt. Außerdem schlägt Klinkert-Kittel einen Außenstellen-Zuschlag von bis zu 2500 Euro im Jahr vor. Wer einen Lieferdienst anbiete, bekommt bis zu 2500 Euro jährlich dazu.

Alles zusammen würde mit 50 000 Euro zu Buche schlagen, genauso viel wie die Tafeln derzeit bereits erhalten. Beschließen muss diese zusätzlichen Ausgaben allerdings noch der Kreistag.

Außerdem will die Landrätin gemeinsam mit dem Tagestreff Oase Northeim im Herbst das Projekt „Die Möbelfanten“ starten. Projektmitarbeiter würden Möbel, die Bürger ausrangieren, kostenfrei abholen. Bedürftige könnten sich passende Stücke aussuchen und sich gratis nach Hause liefern lassen. Zum Hintergrund: Hartz-IV-Empfänger erhalten monatlich 27 Euro für den Kauf von Haushaltsgeräten und Möbeln.

Um das Projekt zu starten, soll der Kreistag nach Vorstellung von Klinkert-Kittel zunächst einmal 18 000 Euro unter anderem für den Kauf eines Transporters bewilligen.

Außerdem soll der Kreis jährlich 60 000 Euro zahlen. Von diesem Geld würde die 20-Wochenstunden-Stelle eines Koordinators sowie die Arbeitseinsätze der Möbelpacker finanziert. (Michael Caspar)

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