Mitarbeiter können als Notlösung ihr Kind mit zur Arbeit bringen

Kreisverwaltung: Mit Mama und Papa ins Büro

Bunt mit viel Spielzeug: Gleichstellungsbeauftragte Rosita Wismach, Personalratsvorsitzende Merle Haas und Landrat Michael Wickmann im Eltern-Kind-Büro (von links). Foto: Mennecke

Northeim. Früh morgens kurz vor dem Start zur Arbeit kommt der Anruf: die Tagesmutter ist kurzfristig krank geworden. Diese Sorge haben Mitarbeiter der Kreisverwaltung in Northeim nun nicht mehr - sie können ihr Kind im Eltern-Kind-Büro abgeben.

„Das Angebot soll eine Notlösung sein und keine Krippenplätze ersetzen“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Rosita Wismach, die die Projektleitung inne hat. Weitere Angebote wie die flexible Arbeitszeitgestaltung bietet der Landkreis seit Jahren an. Diese wird nach eigenen Angaben sehr gut angenommen. Rund 150 Kinder haben die Mitarbeiter im Kreishaus insgesamt.

Zertifizierter Arbeitgeber

„2007 sind wir erstmalig zertifiziert worden“, sagte Landrat Michael Wickmann. Die Zertifizierung erfolgt nach dem „audit Beruf und Familie“. Das soll unter anderem kommunale Arbeitgeber familienfreundlicher machen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht im Fokus. Mütter und Väter sollen neben ihrer Familientätigkeit ihren Beruf ausüben können“, erklärte Wickmann. Die kurzfristige Inanspruchnahme gibt dem Angebot eine besondere Attraktivität.

Das Büro in der zweiten Etage schränkt den Arbeitnehmer nicht ein. Einen Arbeitsplatz enthält der Raum. „Telefon und E-Mails können umgeleitet werden, Daten werden ohnehin zentral gespeichert“, sagte der Landrat. Ein Bett für Kleinkinder, Spielzeug für alle Altersklassen und eine Liege ergänzen neben kinderfreundlichen Bildern an der Wand die Büroausstattung. „Nach einem Jahr wird die Bilanz durch Befragung der Eltern gezogen“, sagte Wickmann. Vom Personalrat habe es für das Projekt von Anfang an grünes Licht gegeben.

Die Familienfreundlichkeit des Kreishauses zeichnet sich nicht nur durch das neue Eltern-Kind-Büro aus. „Im Sanitärbereich im Erdgeschoss gibt es die Möglichkeit, sein Kind zu wickeln. Das können dort auch Besucher“, sagte Landrat Wickmann. (kn)

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