Ende der Freiluftsaison

Spektakel für Mittelalterfans auf dem Glockenborn

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Schlagfertig: Mitglieder der Paviken-Sippe übten sich im Schwertkampf.

Glockenborn. Einen Streifzug durch das Mittelalter konnten die Besucher des „Markt-Finales“ am Wochenende auf dem Glockenborn unternehmen. Das Ehepaar Anja und Marco Womann hatte zum siebten Mal zum Saisonabschluss-Zeltlager eingeladen.

120 Mittelalterfans, Handwerker und Händler schlugen ihre 45 Zelte auf der Wiese neben dem Hauptgebäude auf.

„Für die Teilnehmer ist es wie Urlaub, denn sie treffen sich zum Feiern, Kontakte knüpfen und Verabreden“, sagte Anja Womann. Vor acht Jahren wurden ihr Mann und sie vom Mittelalter-Virus befallen, erinnert sich die gebürtige Glockenbornerin. Auf dem Northeimer Klostermarkt lernte das Paar Mittelalter-Freunde aus Bockenem kennen. Das hatte Folgen. „Die bunten Bilder unseres ersten Zeltlagers kriegen wir nicht mehr aus dem Kopf“, sagte Marco Womann, der Fan der Wikinger ist. Im darauffolgendem Jahr luden sie erstmals Gruppen zum Saisonabschluss ein.

Fan aus den USA 

Ins Mittelalter eintauchen wollte auch die designierte Moringer Bürgermeisterin Heike Müller-Otte, die mit ihrem Gast Audrey Ferrel zum Übernachten auf den Glockenborn kam. Für die amerikanische Austauschschülerin war es wie Weihnachten, denn sie ist in den USA ein großer Mittelalter-Fan.

Kontakte knüpfte auch eine Abordnung des Gladebecker Festausschuss, der die 1000-Jahr-Feier des Ortes für 2015 vorbereitet. Am 4. Juli 2015 soll es einen Mittelaltermarkt rund ums Pfarrhaus geben, informierten Wilfried Becker und Stefan Bense.

„Es ist eine Freude, hier zu sein“, sagte der Leiter der Sehuser Söldner, Hauptmann Panos alias Panagiotis Tsivanis. „Hier erlebt man das Mittelalter und Harmonie.“

Spektakel für Mittelalterfans auf dem Glockenborn

Eindrucksvoll: Die Paviken-Sippe und die „von Wolfsdrachen“ zeigten eine Feuerschau.

Aus Oldenrode bei Kalefeld reisten die „Mendene fra Nord“, die Männer aus dem Norden, an. Diese Gruppe empfindet die Rus-Wikinger nach. Einer von ihnen ist Thorsten Napps, der mit Freunden in seiner neuen Jurte übernachtete. Vor acht Wochen hatte er dieses Zelt angefertigt, das zum Feuermachen in der Mitte einen Rauchabzug hat.

Handwerkliches Geschick bewiesen die Mitglieder der „Freien Ostfälischen Ritter“, die spätmittelalterliche Söldnertruppe aus der Helmstedter Region. Während der Vorsitzende Andreas Morwinski Pfeile herstellte, schnitzte Stefan Pohl aus einem Stück Eibe einen Bogen. Ganz fertig ist Pohl nicht geworden, denn einen Bogen zu bauen dauere rund 100 Stunden.

Geschickt mit Feuer und Flamme sind die Männer und Frauen der „Paviken-Sippe“ und der Sippe „von Wolfsdrachen“ (beide Raum Moringen). Während die „Paviken“ das Leben der Gotland Wikinger aus dem 10. Jahrhundert nachempfinden wollen, sind die „von Wolfsdrachen“ schottische Wikinger. Mitglieder beider Sippen zeigten bei Dunkelheit eine Feuerschau, zu der die Musikformation „Klanginferno“ spielte.

Von Roland Schrader

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