Flüchtlingshilfe-Verein hat sich aufgelöst

Das Moringer Sozialkaufhaus schließt

Aktuell läuft noch der Räumungsverkauf: Am 27. November wird das Sozialkaufhaus am Rathausplatz in Moringen endgültig von Wolfgang Bertram abgesperrt.
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Aktuell läuft noch der Räumungsverkauf: Am 27. November wird das Sozialkaufhaus am Rathausplatz in Moringen endgültig von Wolfgang Bertram abgesperrt.

Der Verein „Flüchtlingshilfe und mehr in Moringen“ hat sich zum 31. Oktober aufgelöst. Damit einher geht jetzt auch das Ende des Moringer Sozialkaufhauses, das zum 27. November seine Pforten schließt.

Moringen – „Alles hat seine Zeit“, so Vorstandsmitglied Wolfgang Bertram, der in beiden Projekten mit viel Herzblut engagiert war. Insbesondere die Coronapandemie, aber auch das Alter des Vereinsvorstands hätte zu diesem Schritt geführt, erklärt Bertram das Ende.

Der Verein „Flüchtlingshilfe und mehr in Moringen“ wurde im Juni 2016 gegründet. Inzwischen hätte die Arbeit Früchte getragen. Die meisten Flüchtlingsfamilien stünden inzwischen auf eigenen Beinen, hätten Arbeit gefunden (rund 80 Prozent) und ihre Kinder hätten nach erfolgreichen Schulabschlüssen eine Ausbildung begonnen. Die Zusammenarbeit hätte sich geändert, aus Patenschaften seien Freundschaften entstanden. Coronabedingt hätten auch kaum noch gemeinsame Aktivitäten stattfinden können. Der eigentliche Zweck des Vereins hätte sich überlebt. Und sowohl er als auch Vorstandsmitglied Wilhelm Denecke hätten aus Altersgründen in den Ruhestand treten wollen, jüngere Nachfolger für die Vereinsspitze seien nicht gefunden worden.

Der Verein sei aber auch ideeller Träger des Sozialkaufhauses gewesen, dessen Verwaltung in den Händen des Kolping-Bildungs- und Sozialwerks gelegen habe. Seit 2016 hat das Sozialkaufhaus rund 150 bis 200 Kunden im Monat, darunter Geflüchtete, Patienten des Maßregelvollzugs, andere Bedürftige aber auch Senioren des Seniorenheims, günstige Ware von Kleidung über Spielwaren und Möbeln angeboten.

Doch Corona und der Lockdown hätten dafür gesorgt, dass kaum mehr die Fixkosten für Miete und Nebenkosten erwirtschaftet werden konnten. Mit der Auflösung des Vereins falle auch die ideelle Unterstützung weg. Neun ehrenamtliche Vereinsmitglieder hätten sich seit Anfang an um den laufenden Betrieb gekümmert.

Nun habe man den Mietvertrag gekündigt. Bis zum 27. November laufe der Räumungsverkauf, am 15. Dezember müsse der Laden besenrein übergeben werden. Was bis Ende des Monats nicht verkauft werde, ginge an andere gemeinnützige Organisationen, so Bertram.

Trotz der Vereinsauflösung setzt sich Bertram aber weiterhin ein. Aktuell sorge ihn eine Flüchtlingsfamilie mit fünf Kindern im Alter von 2 und 10 Jahren, die dringend eine Wohnung benötige. Er bittet mögliche Vermieter, sich an die Stadt Moringen zu wenden. (Rosemarie Gerhardy)

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