Anwohner kritisieren Neubaugebiet in Moringen

Bebauungsplan bleibt wegen möglicher Mehrfamilienhäuser umstritten

Das neue Baugebiet am Wendekessel in Moringen: Hier sollen Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen, aber auch ein Mehrfamilienhaus. Das kommt bei einigen Anwohnern nicht gut an.
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Das neue Baugebiet am Wendekessel in Moringen: Hier sollen Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen, aber auch ein Mehrfamilienhaus. Das kommt bei einigen Anwohnern nicht gut an.

Die Stadt Moringen soll auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Bergmann am Waldweg ein neues Wohngebiet erhalten. Doch nun haben Anwohner im Rahmen der öffentlichen Auslegung Einwendungen vorgebracht.

Moringen – Insbesondere vier Punkte stören sie: Die mögliche Bebauung mit Mehrfamilienhäusern mit einer Fristhöhe von maximal 13 Metern in Teilbereichen der ausgewiesenen allgemeinen Wohngebiete, die aus ihrer Sicht mit nur 5,50 Metern Breite zu schmale Straße, die wegen der Mehrfamilienhäuser größere Bodenversiegelung mit einer aus ihrer Sicht erhöhten Überschwemmungsgefahr bei Starkregenereignissen und die aufgrund der Bebauung veränderte Parkplatz- und Verkehrssituation insbesondere im Waldweg.

Die Bedenken hatten sie auch bei der Einwohnerfragestunde in der Sitzung des Bauausschusses vorgebracht und jetzt zudem in einem Schreiben an Verwaltung und Rat Änderungsvorschläge zum Bebauungsplan eingereicht. Sie betonen darin, dass sie sich nicht generell gegen das Bauvorhaben stellen, jedoch Änderungen wünschen, damit die Realisierung nicht „auf Kosten oder zum dauerhaften Nachteil der vorhandenen Anwohner im südlichen Waldweg geschieht“.

Juliane Pape von der Investorenfamilie betont, dass „alles nicht so schlimm wird“, wie von den Kritikern angegeben. Zum einen werde einer bisherige Industriefläche in Bauland gewandelt, auch zuvor sei die Fläche schon versiegelt gewesen.

Zum anderen würden nur die Grundstücke verkauft, auf denen Ein- oder Zweifamilienhäuser entstehen sollen. Für 17 solcher Häuser bietet der Bebauungsplan Platz.

Das Interesse an den Baugrundstücken sei groß, erklärt auch Harald Schoppe, Vertreter der Investoren, es gäbe sogar eine Warteliste. Man hoffe, dass der Bebauungsplan bald beschlossen wird, damit mit den Bauinteressenten Verträge abgeschossen werden könnten. Man habe sich zudem dazu bereit erklärt, im Rahmen des abzuschließenden städtebaulichen Vertrages, einen weiteren Teil des Wohngebiets jetzt auch nur für Ein- und Zweifamilienhausbebauung festzuschreiben.

Die Bebauung mit den Ein- bis Zweifamilienhäusern solle laut Schoppe als erstes erfolgen, erst später sei an eine mögliche Bebauung mit Mehrfamilienhäusern gedacht. Zunächst sei auch nur geplant, ein Mehrfamilienhaus zu errichten, betont Pape. Und dieses Grundstück werde auch nicht verkauft, sondern es bleibe in ihrem Besitz, da man selbst Einfluss auf die Gestaltung und Vermietung haben wolle. „Das wird kein Betonbunker“, verspricht Pape, „wir wohnen ja selbst direkt daran.“

Hinsichtlich der Straßenbreite erklärt Juliane Pape, dass alles mit dem Landkreis abgestimmt sei und sowohl Winterdienst, Müllabfuhr als auch der Rettungsdienst durchkommen würden. „Eine Breite von 5,50 Metern ist total im Rahmen“, so Pape.

Bürgermeisterin Heike Müller-Otte erklärt, dass man in Moringen das Baugebiet dringend brauche. Über die Straßenbreite könne man streiten, gibt sie zu. Jetzt müssten die Interessen abgewogen und die Einwendungen mit einbezogen werden.

Eventuell werde dann eine erneute Auslegung des Bebauungsplans erforderlich. Die Bürgermeisterin erwartet, dass im kommenden Bauausschuss am 6. Mai das Thema behandelt werde. Die Investoren hoffen jedoch, dass bereits der Stadtrat in seiner Sitzung am 29. April den B-Plan beschließt. (Rosemarie Gerhardy)

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