Arbeit als Pastorin ist Traumjob für Vikarin Vanessa Franke

Freut sich auf die Arbeit in der Kirchengemeinde Leine-Weper: Vanessa Franke wird die nächsten zweieinhalb Jahre als Vikarin in Fredelsloh leben und arbeiten. Foto: Schwekendiek

Fredelsloh. Nein, ein großer Kulturschock sei der Umzug von der Großstadt Göttingen ins Töpferdorf Fredelsloh nicht gewesen, sagt Vanessa Franke und lacht.

„Ganz im Gegenteil. Ich wurde mit offenen Armen und sehr herzlich empfangen." Seit März absolviert die 29-Jährige in der Trinitatis-Gemeinde Leine-Weper ihr Vikariat, den praktischen Teil der Ausbildung zum evangelischen Pastor.

Nach zwei Wochen Einführungskurs am Predigerseminar in Loccum und zehn Wochen Schulpraktikum an der KGS Moringen ist sie seit wenigen Tagen in der Gemeinde vor Ort. „Das ist die Dackelphase“, scherzt sie. „Anfangs laufe ich erstmal wie ein Dackel hinterher und schaue zu.“ Mit der Zeit wird sie dann immer mehr Aufgaben eigenständig übernehmen - Gottesdienste, Taufen und Trauungen ebenso wie Verwaltungsarbeiten. Als Mentor steht ihr Pastor Peter Büttner bei allem zur Seite.

„Besonders freue ich mich darauf, die Menschen und die Traditionen auf den Dörfern kennenzulernen“, sagt die angehende Pastorin, die gebürtig aus Hildesheim stammt, verheiratet ist und in ihrer Freizeit gern kocht. Sie habe sich ganz bewusst um ein Vikariat in einer dörflichen Gemeinde beworben, schließlich sei ein Großteil des Landeskirche Hannover ländlich geprägt. „Außerdem ist Fredelsloh nicht weit weg von Hildesheim, wo meine Familie lebt“, sagt sie.

Warum sie sich ausgerechnet für ein Theologie entschieden hat? „Dieser Entschluss ist während der Abizeit gereift“, erinnert sie sich. Im Religionsunterricht seien ihre Fragen nie ausreichend beantwortet worden. Im Studium habe sie diesen Dingen dann auf den Grund gehen können. Bei einem Gemeindepraktikum in Hildesheim wurde ihr schnell klar: „Das ist genau das, was ich machen will.“ Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt hätten sie sehr beeindruckt. „Das ist gelebte Nächstenliebe.“

Für ihre Zeit in Fredelsloh hat sich Vanessa Franke vorgenommen, viel auszuprobieren und sich mit vollem Engagement in das Gemeindeleben einzubringen. „Pastorin zu sein, ist eine Berufung. Man muss dafür leben, denn eigentlich hat man nie Feierabend.“

Hintergrund: Ausbildung zum Pastor

Das Vikariat ist die praktische Vorbereitung auf den Beruf des evangelischen Pastors. Es ähnelt dem Referendariat im öffentlichen Dienst und ist nach dem Theologie-Studium der zweite Teil der Pfarrerausbildung, der zweieinhalb Jahre dauert. Schwerpunkt ist die Arbeit in einer Gemeinde - gemeinsam mit einem Pfarrer als Mentor. Darüber hinaus gehören verschiedene Hospitanzen und mehrwöchige Kurse in einem Predigerseminar dazu. Dort wird die praktische Arbeit reflektiert und es sollen neue Ansätze erprobt werden. Am Ende des Vikariats wird das Zweite Kirchliche Examen absolviert. Im Anschluss erfolgt die Übernahme in den kirchlichen Probedienst und die Ordination zum Pastor.

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