Neuausrichtung des Bauernhofs

Neue Ställe mit Auslauffläche für 12.000 Hühner bei Großenrode

Will am Ortsrand von Großenrode 12 000 Legehennen halten: Landwirtin Johanna Arnemann vor den neu gebauten Ställen.
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Will am Ortsrand von Großenrode 12.000 Legehennen halten: Landwirtin Johanna Arnemann vor den neu gebauten Ställen.

Legehennen beziehen in diesen Tagen zwei Hühnerställe, die Johanna Arnemann am Ortsrand von Großenrode hat bauen lassen.

Großenrode - Den 12.000 Bioland-Tieren, die Arnemann halten will, stehen an der Langen Lage insgesamt sechs Hektar Außenfläche zur Verfügung.

„Bereits als Schülerin stand für mich fest, dass ich einmal den Bauernhof meiner Eltern übernehmen werde“, sagt die gelernte Landwirtin. Ihr Vater, Andreas Arnemann, der im kommenden Jahr in Ruhestand gehen will, hält 45 Milchkühe sowie 40 Rinder. Die Mutter, Martina Arnemann, bewirtschaftet 70 Hektar Ackerland. Außerdem gibt es noch 20 Hektar Grünland.

Derzeit steht die Sanierung des 1980 erbauten Kuhstalls an, die sich aber angesichts sinkender Milchpreise nicht rechnen würde. Also entschloss sich Arnemann, in Absprache mit ihren Eltern, den Betrieb neu auszurichten.

Nach ihrem Abschluss als Agrarbetriebswirtin 2011 in Hildesheim war sie als Betriebsleiterin maßgeblich an der Umstellung des Internationalen Schulbauernhofs in Hevensen auf ökologischen Landbau beteiligt. In den vergangenen Jahren hat sie für eine Öko-Kontrollstelle Geflügelbetriebe auditiert. Das weckte ihr Interesse an der Legehennenhaltung. 2019 stellte sie den Bauantrag für die beiden Ställe, der im Mai 2020 genehmigt wurde.

„Mit der Bioland-Umstellung unseres Betriebs haben wir im Vorjahr begonnen“, berichtet Arnemann. Die Familie verzichtet seither auf Pflanzenschutzmittel und mineralischen Dünger. Die Landwirtin baut das Futter für ihre Hühner – Hafer, Weizen, Triticale, aber auch Mais – selbst an.

Die Felder werden mit dem anfallenden Hühnermist gedüngt. „Die Ställe bieten den Tieren mehr Platz als vorgeschrieben“, betont Arnemann. Es gibt einen überdachten, mit Stroh eingestreuten Wintergarten mit Körnerspendern. Jeweils 3000 Hühner teilen sich ganzjährig einen anderthalb Hektar (15.000 Quadratmeter) großen Außenbereich, auf dem Kleegras wächst.

Kleine Schutzhütten bieten den scheuen Vögeln Zuflucht vor Greifvögeln. Im November will Arnemann sternförmig um den Stall herum Holunder, Haselnuss und Wildrose anpflanzen. Im Schatten der Büsche, die Insekten Lebensraum bieten, können sich die Hühner dann künftig das Areal erschließen.

„Ich werde immer auch ein paar Hähne halten, die beim Nähern von Gefahr die Hennen warnen“, kündigt Arnemann an. Eventuell weiden später einmal Alpakas rund um die Ställe, die Beutegreifer fernhalten.

Gegen Füchse schützt ein 1,9 Meter hoher und mehr als einen Kilometer langer Zaun die Vögel.

Die Landwirtin rechnet mit 10.500 Eiern Ertrag am Tag. Bänder transportieren diese automatisch von den Nestern zu einer Sortieranlage. Das Abpacken läuft per Hand. Die Vermarktung übernimmt Henning Gauer vom Biogut Rosenthal im Bergischen Land.

Eine Besonderheit: Der Betrieb, von dem Arnemann ihre Hennen kauft, mästet die Brüderhähne. Das verursacht – trotz Fleischvermarktung – Mehrkosten, die der Eierverkauf decken muss. (Michael Casspar)

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