Besorgte Bürger sind gegen Windrad-Pläne am Böllenberg

Nein zu geplanten Windkraftanlagen auf dem Böllenberg: Daniel Klose-Vach am Standort des geplanten Windrades in der Nachbarschaft des Moringer Ortsteils Kirchberg.

Moringen. Mit der frisch gegründeten Bürgerinitiative Böllenberg wollen Einwohner von Moringen den Bau von drei geplanten Windkraftanlagen auf dem Böllenberg verhindern.

„Wir müssen endlich unsere Position vertreten und für den Erhalt unseres geschätzten Lebensraumes aktiv werden“, erklärte der Sprecher der neuen Bürgerinitiative Böllenberg, Daniel Klose-Vach.

Hintergrund für den Zusammenschluss sind die Pläne des Geschäftsführers der in Northeim-Langenholtensen ansässigen Firma common sense energy, Andreas Abitz, drei rund 200 Meter hohe Schwachwindanlagen des Typs Enercon E126-EP4 zu bauen. Sie sollen bis Ende 2016 im Abstand von etwa 500 Meter zu den Wohnhäusern am Kirchberg und Richtung Ortsausgang Iber errichtet werden.

Nach Darstellung Klose-Vachs würde der überregional geforderte Abstand von mindestens 1000 Meter zur Wohnbebauung massiv unterschritten werden. Von den geplanten Anlagen würden nicht nur „gesundheitsriskante Schallemissionen“, sondern auch „massive optische Bedrängungen ausgehen, weil die Anlagen unter anderem wegen der enormen Höhe als Luftfahrthindernisse mit Dauerblinklichtern gekennzeichnet werden müssen“.

Klose-Vach sagte weiter, das Schwachwindgebiet Böllenberg, mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von ca. 5,7 Meter pro Sekunde lohne sich für Investoren nur, weil die Zinsen für Kredite im Moment auf Rekordtief liegen. Sobald sich das Zinsniveau normalisiere, könnten die Anlagen schnell, wie im Falle des insolventen Prokon-Unternehmens, zur Investitionsruine werden.

„Es ist nicht akzeptabel, dass bei der Standortsuche für Windenergieanlagen Tier- und Landschaftsschutz mit Mindestabständen berücksichtigt werden, die Konfliktzone „Mensch“ aber vollkommen missachtet wird“, betonte der Sprecher. „Es liegt an der Stadt Moringen jetzt zu handeln, mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes ihrer Bürger-Fürsorgepflicht nachzukommen und verharmloste potentielle Gefahren für den Menschen zu erkennen. Dieser Plan muss einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung ausweisen.“

Die Stadtverwaltung plant bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses am 16. März eine Vorlage zu erstellen. Sie stehe der Planung ablehnend gegenüber, sagte Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. In der Bauausschusssitzung am 16. April soll das Thema dann öffentlich diskutiert werden.

Unterdessen plant ein weiter Investor Anlagen in der Nachbarschaft der Mülldeponie. Dort gehe es um sieben kleinere Anlagen, alternativ um vier große.

Kontakte zur „Bürgerinitiative Böllenberg“ können unter BI-Boellenberg@kabelmail.de aufgenommen werden.

Von Hans-Peter Niesen

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