Bucheckern im Netz

Fachfirma sammelt Baumsamen in Wäldern um Dörrigsen und Moringen

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Derzeit im Wald unterwegs: Julian Samel (2. v.l. ) und seine Mitarbeiter holen die im August ausgelegten Netze ein. Mit einer Spezialmaschine werden Bucheckern und „Beifang“ getrennt. Links Forstamtsleiter Siegfried Arndt.

Moringen / Dörrigsen. Es hat schon ein bisschen was von Fischerei, wenn die Mitarbeiter von Julian Samel im Genossenschaftswald Landmannsholz bei Dörrigsen ihre Netze einholen.

Die Freude darüber ist auch bei Siegfried Arndt groß, denn der Chef des Moringer Forstamtes, der neben den Stadtwäldern in Moringen und Northeim noch 16 kleinere Genossenschaftswälder betreut, hat die Fachfirma aus Neumünster beauftragt. Ziel der Aktion ist es, Bucheckern einzusammeln und an Baumschulen zu verkaufen, die daraus Stecklinge für die Aufforstung ziehen.

„Dafür eignen sich nicht alle Bäume“, sagt Arndt und erklärt, dass das Sammeln für solche Zwecke nur in zertifizierten Beständen gestattet ist. Für Bucheckern gibt es die in der hiesigen Region im Bereich Dörrigsen, für Wildkirschen zum Beispiel auch im Moringer Stadtwald. Auch im Northeimer Stadtwald habe es solche zertifizierten Bestände gegeben. Inzwischen seien diese aber nicht mehr für die Saatgutgewinnung zugelassen.

Zulassung beantragen

Die Zertifizierung müsse man sich ähnlich wie eine Körung von Zuchttieren vorstellen, sagt Arndt. Jeder Waldbesitzer, der Saatgut verkaufen möchte, müsse beim Landwirtschaftsministerium zunächst die Zulassung seiner Bestände beantragen.

„Dann wird überprüft, ob der Bestand in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild und die genetischen Eigenschaften geeignet ist“, sagt Arndt. „Sollte das der Fall sein, gibt es eine zeitlich befristete Genehmigung zum Verkauf von forstlichem Vermehrungsgut.“

Das Einsammeln der Samen lohne sich allerdings nicht in jedem Jahr, so Arndt. Durch die moderne Forstwirtschaft, bei der durch das gezielte Auslichten von Baumkronen dafür gesorgt wird, dass mehr Licht in den Wald fallen kann, gebe es inzwischen aber alle zwei bis drei Jahre die Möglichkeit, Saatgut mit entsprechender Qualität zu sammeln.

Zwei Euro pro Kilo

Pro Kilo Bucheckern rechnet Arndt mit einem Reingewinn von etwa 2 bis 2,50 Euro. Wie viel insgesamt in diesem Jahr zusammenkommen werden, kann er derzeit noch nicht abschätzen. In den vergangenen Jahren habe man bei solchen Aktionen insgesamt 7000 bis 10.000 Euro erwirtschaftet.

Von Niko Mönkemeyer

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