„Das ist nicht mehr unsere GMV“

Sieben Mitglieder verlassen Moringer Wählergemeinschaft nach Versammlung

Haben der GMV den Rücken gekehrt: (von links) Stephan Bode, Hans-Jürgen Doehring und Annette Doehring. 
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Haben der GMV den Rücken gekehrt: (von links) Stephan Bode, Hans-Jürgen Doehring und Annette Doehring. 

Gleich sieben Mitglieder der GMV sind im Nachgang der letzten Mitgliederversammlung aus der Wählergemeinschaft ausgetreten.

Moringen – „Das ist nicht mehr unsere GMV“, erklärt Gründungsmitglied und Ratsherr Stephan Bode, der ebenso wie Ratsherr und Schriftführer Hans-Jürgen Doehring, GMV-Vorsitzender Ernst Carstens sowie dessen Stellvertreterin Annette Doehring die GMV verlassen hat.

Gebrodelt hat es in der Wählergemeinschaft, die 2016 auf Initiative von Bernd Bundstein angetreten war, um „Gemeinsam Moringen zu verbessern“, schon länger. Insbesondere einige der Gründungsmitglieder hatten in letzter Zeit Probleme mit dem Vorgehen und der Umgangsweise von Bundstein. Dieser hatte zunächst angekündigt, als Einzelbewerber für das Bürgermeisteramt zu kandidieren (wir berichteten), bei der Mitgliederversammlung wollte er aber laut Hans-Jürgen Doehring durchsetzen, dass er die Unterstützung der Wählergemeinschaft bekommt oder dass diese sich für einen anderen Kandidaten aussprechen sollte. Deshalb forderte er, so Annette Doehring, dass die Tagesordnung diesem Begehren angepasst würde. Damit konnte er sich durchsetzen, da es ihm wohl gelungen sei, elf neue Mitglieder, die seinen Interessen verpflichtet seien, anzuwerben, so Doehring.

GMV-Fraktionsvorsitzender Bernd Bundstein

Bei der Wahl wurde zudem Niklas Meinshausen als weiterer Kandidat vorgeschlagen. Die 25 Mitglieder stimmten mehrheitlich für Bundstein, der 18 Stimmen auf sich vereinen konnte, Meinshausen erhielt vier Stimmen, drei Mitglieder enthielten sich der Stimme.

Gegen die Wahl eines eigenen Kandidaten hatten sich zuvor Carstens und Familie Doehring ausgesprochen. Sie halten Bundstein nicht für teamfähig und wünschen sich für Moringen einen Bürgermeister mit „Verwaltungserfahrung und Kompetenz in der Mitarbeiterführung“, deshalb sprechen sie sich für Stefan Wurst, der seinen Hut ebenfalls als parteiloser Einzelbewerber in den Ring geworfen hat, aus. Das Votum für Bundstein und die vorangegangenen Diskussionen veranlassten Carstens am Ende der Sitzung, seinen Vorsitz niederzulegen, auch Hans-Jürgen und Annette Doehring legten ihre Ämter noch in der Sitzung nieder.

Bundstein kritisiert, dass die nun ausgetretenen Mitglieder eine demokratische Entscheidung nicht akzeptiert hätten. Ihm läge es nach wie vor daran, mit der GMV etwas für Moringen zu bewirken, deshalb hätte er die Unterstützung der GMV für seine Bürgermeisterkandidatur angestrebt und sei darin nun auch bestätigt worden. Auch einen Platz unten auf der Liste für den Stadtrat könne er sich vorstellen, darüber entscheide dann die Aufstellungsversammlung.

Bundstein weist zudem darauf hin, dass die zurückgetretenen Mitglieder selbst einen Bürgermeisterkandidaten für die GMV hätten benennen können, diese Chance aber nicht genutzt hätten. Auch sonst sei unter ihrer Leitung nicht viel passiert. Er habe das Gefühl, dass es Doehring und Mitstreitern nur darum ging „Bundstein zu verhindern“. Er sei insbesondere von Hans-Jürgen Doehring menschlich sehr enttäuscht, da er ihn immer als „zweiten Mann gesehen“ hätte. Sein Ziel sei es nun, die GMV weiter nach vorn zu bringen und viele Sitze bei der Kommunalwahl zu erlangen, denn man habe viel Potenzial und schon viel erreicht. Er wünscht sich zudem, dass sich noch mehr Menschen für Kommunalpolitik engagieren.

Hans-Jürgen Doehring und Stephan Bode werden nun in Zukunft als Ratsherren, allerdings ohne Parteibuch, der SPD-Fraktion beitreten. In der SPD sei dieser Zusammenarbeit wohl nach intensiver Diskussion einstimmig zugestimmt worden, berichtet Doehring.

Diese neue Konstellation im Moringer Stadtrat hat nun auch zur Folge, dass Ausschüsse neu besetzt werden müssen. (Rosemarie Gerhardy)

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