Restaurierung abgeschlossen

Die Großenroder Orgel klingt wieder rein

Organist Günter Stöfer und Pastor Peter Büttner (rechts) erfreuen sich am Klang der restaurierten Orgel in der Kirche in Großenrode.
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Organist Günter Stöfer und Pastor Peter Büttner (rechts) erfreuen sich am Klang der restaurierten Orgel in der Kirche in Großenrode.

Die Orgel in der St.-Johannis-Kirche in Großenrode erklingt nach ihrer aufwendigen Restaurierung wieder stimmig und rein. Davon konnten sich die Besucher des Gottesdienstes und des abendlichen Orgelkonzerts mit Friedhelm Flamme am Sonntag überzeugen.

Großenrode – Die Kirche war mit rund 50 Personen an beiden Terminen entsprechend der Coronabestuhlung voll belegt. Nicht nur der Klang der Orgel begeisterte die Besucher, sondern auch das Klingen des seltenen Zimbelsterns, eine Art Glockenspiel oben auf der Orgel, das dem Ganzen etwas Festliches verlieh.

Ein besonderes Fest war es dann auch für die Großenroder Kirchengemeinde, denn ein sehr großer Teil der Renovierungskosten von rund 35 000 Euro wurde durch Spenden der Gemeindemitglieder bestritten, berichtet Pastor Peter Büttner. Auch die gräfliche Familie von Hardenberg, deren Patronatskirche die St.-Johannis-Kirche ist, spendete für die Renovierung der Orgel.

Gebaut wurde die Orgel 1857 vom Höckelheimer Orgelbauer August von Werder. 1964 erfolgte ein grundlegender Umbau zu den heute 24 Registern und weit über 2200 Pfeifen durch Paul Ott. Die in den 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts viel beachtete und aufgenommene Orgel geriet dann etwas in Vergessenheit, so Büttner. Jetzt erklingt sie dank der Orgelbaufirma Werner Bosch wieder in voller Pracht, freut sich Kirchenmusiker und Organist Günter Stöfer. Doch der Weg dahin sei nicht so einfach gewesen. Nahezu sechs Jahre seien für Gespräche, Planungen und Verhandlungen vergangen, berichten Büttner und Stöfer und freuen sich nun umso mehr, dass die restaurierte Orgel jetzt wieder mit Zimbelstern erklingt.

Der Zahn der Zeit hatte sehr an der Orgel genagt gehabt, berichtet Stöfer. Normalerweise müsse eine Orgel alle 20 Jahre gereinigt und gewartet werden. Er zählt einige der zahlreichen erforderlich gewordenen Arbeiten auf: Die Mechanik musste gerichtet werden, die Pfeifen gereinigt und Bleifraß beseitig werden. Der 65 Jahre alte Motor, der die Luftzufuhr steuert, wurde erneuert, ebenso wurden Blasebalg und Windkanäle abgedichtet. Auch die Pfeifen wurden wieder angepasst und neu intoniert, berichtet Stöfer.

Alle Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege, denn auch alle technischen Fragen müssten mit der Behörde geklärt werden. Jede Veränderung muss reversibel sein, betont er.

Abhängig von der Coronalage soll es in den kommenden Monaten weitere Konzerte geben, kündigt Büttner an. Auch im kommenden Programm des „Vox organi“ sei Großenrode als Spielstätte eingeplant. (Rosemarie Gerhardy)

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