Bürgerinitiative sammelte über 600 Unterschriften

Diskussionsabend: Windkraft-Pläne in Moringen polarisieren

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Podiumsdiskussion: Hier sind Burkhard Carstens (von links), Joachim Suffrian, Heike Müller-Otte, Elke Krause, Andreas Maletz und Bernd Bundstein zu sehen.

Moringen. Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (parteilos) und die Moringer SPD wollen in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 8. Oktober, gemeinsam mit ihrer Ein-Stimmen-Mehrheit die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes durchsetzen.

Ziel ist die Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen. Das kündigten Müller-Otte und der Fraktionsvorsitzende der SPD, Joachim Suffrian, vor 60 Zuhörern im Gasthaus Drei Kronen an. Die Bürgerinitiative (BI) gegen Windkraftanlagen auf der Weper hatte zu der Podiumsdiskussion eingeladen.

Dahinter steht eine Frage der Einschätzung: Die Bürgermeisterin und die SPD glauben, dass die Ausweisung von Windvorranggebieten die einzige Möglichkeit ist, beim Bau dieser bis zu 200 Meter hohen Anlagen steuernd eingreifen zu können. Damit soll eine Verspargelung der Landschaft verhindert und der Auflage des Landes nachgekommen werden, „substantiell“ Flächen für Windräder auszuweisen - auf etwa 1,7 Prozent der Stadtfläche. Nur so könne Rechtssicherheit und Gleichbehandlung der Bürger erreicht werden.

Die BI steht dagegen laut Sprecher Burkhard Carstens auf dem Standpunkt, dass ausgewiesene Flächen Investoren anlocken. Die BI lehnt den Bau von Windanlagen auf der Weper entschieden ab und fühlt sich dabei von großen Teilen der Einwohnerschaft unterstützt. „Wir haben bei nur zwei Aktionen über 600 Unterschriften gesammelt“, sagte Anke Lange von der BI.

Bernd Bundstein (Zukunft Moringen) lehnte die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes ab. Die Kosten von 90.000 Euro seien rausgeschmissen, und von 2017 an sei es wegen der Umstellung der Windenergieförderung wirtschaftlich uninteressant, einzelne Windräder zu bauen.

Andreas Maletz (CDU) sagte, er persönlich wolle keine Windräder, die Stadt müsse sich jedoch an Gesetze halten. Bei der Abstimmung im Stadtrat werde es in seiner Partei keinen Fraktionszwang geben. Elke Krause (Grüne) sprach sich für ein „Ruhen lassen“ der Planungen aus.

Zuhörer Heinz Rümenapp forderte in Erinnerung an die erfolgreiche Bürgerinitiative gegen den Bau einer Müllverbrennungsanlage in den 1980er-Jahren in Blankenhagen dazu auf, für die Kommunalwahlen 2016 eine Unabhängige Wählergemeinschaft zu gründen, um die Windräder zu verhindern. Er attestierte Verwaltung und Befürwortern einer Flächennutzungsplanänderung „vorauseilenden Gehorsam“. (zhp)

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