Entscheidung zum Moringer Jahsbergcenter erst im Sommer

Noch gibt es keine Sondergenehmigung: Viele Moringer hoffen jedoch, dass das Land den Supermarkt am Jahsberg genehmigt. Auf Facebook unterstützen mittlerweile 520 Mitglieder das Vorhaben. Foto: Schwekendiek

Moringen. In Sachen Jahsbergcenter wird weiter verhandelt. Während die Stadt den neuen Supermarkt in Moringen durchsetzen will, steht das Land der notwendigen Ausnahme ablehnend gegenüber.

Bis es zu einer endgültigen Entscheidung kommt, werden wohl noch etliche Wochen verstreichen. Das berichtete Bürgermeisterin Heike Müller-Otte am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses.

Bei einem Gespräch im Landwirtschaftsministerium sei deutlich geworden, dass das Land eine Ausnahmegenehmigung nach Möglichkeit vermeiden will, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Doch genau diese Ausnahme strebt die Stadt Moringen mit Unterstützung des Landkreises an.

Zum Hintergrund: Ein Investor plant für den Jahsberg in der Moringer Nordstadt einen Supermarkt-Komplex mit einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern. Dort möchte sich der Netto-Markt ansiedeln, der sich derzeit an der Industriestraße befindet. Gemäß Landesraumordnungsprogramm dürfte ein Supermarkt am Ortsrand aber nur über eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern verfügen.

„Das ist absolut nicht zeitgemäß“, sagte Müller-Otte. Und genau das wolle man dem Ministerium deutlich machen. Schließlich gebe es in Moringen innerorts keine weitere Möglichkeit, einen Supermarkt mit entsprechender Fläche zu realisieren.

Bürgermeisterin Heike Müller-Otte

„Wir brauchen einen zweiten Supermarkt“, so die einhellige Meinung im Bauausschuss. Keinesfalls dürfe es soweit kommen, dass Netto oder der Investor sich wegen der langwierigen Verhandlungen ganz aus Moringen zurückziehen. Im ersten Quartal 2016 läuft der Mietvertrag von Netto am aktuellen Standort aus. Ursprünglich war der Umzug zum Jahsberg für Ende 2015 geplant - das ist nun aber kaum noch zu realisieren.

Neben Netto gibt es in Moringen nur einen weiteren Supermarkt. „Wir bemühen uns gemeinsam mit dem Landkreis, möglichst noch vor dem Sommer eine einvernehmliche Lösung zu erzielen“, versprach Müller-Otte. Mit Argumenten wolle man das Ministerium überzeugen. Derzeit werde an einer Stellungnahme gearbeitet. Immerhin sei die Bedeutung des zweiten Supermarktes für Moringen in Hannover bereits erkannt worden, berichtete sie.

Hoffnungen weckt auch das neue Landesraumordungsprogramm, das bis Ende Juni verabschiedet sein soll. Darin könnte die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter möglicherweise aufgehoben werden.

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