Facebook-Gruppe setzt sich für Moringer Supermarkt ein

Daumen hoch für den geplanten Supermarkt am Jahsberg: Knapp 50 Moringer kamen zum Fototermin, um gemeinsam ein Zeichen für den Umzug des Netto-Marktes von der Industriestraße in die Nordstadt zu setzen. Foto: Hansch/nh

Moringen. Kommt das Jahsbergcenter oder kommt es nicht? Eine Facebook-Gruppe, die die Pläne unterstützt, hat inzwischen 483 Mitglieder.

Geht es nach den Moringern, ist das Votum allerdings eindeutig. Die Initiative, die im November gegen den geplanten Supermarkt am Jahsberg mobil gemacht hat, hat 156 Unterschriften gesammelt und bei der Stadt eingereicht. Eine Facebook-Gruppe, die die Pläne unterstützt, hat inzwischen 483 Mitglieder (Stand Freitagnachmittag). Von Seiten des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gibt es zum Jahsbergcenter derzeit noch keine Entscheidung.

Seit einer Woche macht die Gruppe mit großen Bannern am Ortseingang deutlich: Wir brauchen den Markt und befürworten den Umzug des Netto-Marktes von der Industriestraße zum Jahsberg. Die Zahl der Unterstützer auf Facebook ist seitdem sprunghaft gestiegen.

Schon seit Wochen wird auf der Plattform rege über die Einkaufssituation in Moringen diskutiert. Neben dem Jahsbergcenter wünschen sich viele auch einen Drogeriemarkt, der seit der Schlecker-Pleite in Moringen fehlt.

Gründer der Facebook-Gruppe „Pro Jahsbergcenter“ ist der Moringer Günter Schneider. Er ist überzeugt, dass der Markt ein Zugewinn für die Stadt wäre. „Etwa 50 Prozent der Moringer wohnen im Umkreis von einem Kilometer um den Jahsberg“, rechnet er vor. Bis in die Südstadt, wo sich derzeit sowohl Netto als auch Rewe befinden, sei es deutlich weiter. „Vor allem die älteren Menschen in der Nordstadt würden profitieren.“ Als er im November von der Bürgerinitiative gegen das Jahsberg-Center erfuhr, sei ihm sofort klar gewesen, dass er eine Gegeninitiative starten müsse.

Unterstützung bekommt Schneider unter anderem von Dirk Hansch. Der Moringer betreibt eine Werbeagentur und hat kurzerhand die Banner gedruckt. Mit einer Drohne hat er Videoaufnahmen gemacht, die ebenfalls auf Facebook zu sehen sind.

„In Moringen muss etwas passieren“, sagt er. „Wenn der Netto wegen des Gegenwinds ganz weggehen würde, wäre das schon sehr erbärmlich für unsere Stadt“, findet er. Mit der Facebook-Gruppe und den Bannern wolle man den Investoren zeigen, dass sie willkommen seien, um die Infrastruktur der Stadt zu verbessern.

Wie viele andere in der Facebook-Gruppe unterstützt auch Hansch nach der Schlecker-Pleite die Neuansiedlung einer Drogerie. Er hofft, dass diese Diskussion auch von der Politik wahrgenommen wird.

Hintergrund: Land hat vorerst Veto eingelegt

Die Pläne für den Jahsberg sehen derzeit 7000 Quadratmeter als Einzelhandelsfläche vor, auf insgesamt 1850 Quadratmetern soll der neue Netto entstehen. Im Vergleich zum Standort an der Industriestraße soll die Verkaufsfläche um 300 Quadratmeter vergrößert werden. Das Landwirtschaftsministerium hat dazu jedoch ein Veto eingelegt: Gemäß der Raumordnungsplanung für ländliche Entwicklung sei die Fläche für ein Nahversorgungszentrum zu groß. Mit einem Zielabweichungsverfahren will die Stadt Moringen eine Sondergenehmigung erreichen. Die Entscheidung steht noch aus.

Westlich dieses Gebiets ist neben einer Wohnbebauung auch die Ansiedlung von Gewerbe mit einer Verkaufsfläche von bis zu 400 Quadratmetern möglich. Zum Vergleich: Die Verkaufsfläche des ehemaligen Schleckers neben dem Netto betrug 241 Quadratmeter. „Sollte sich für diese Fläche ein Drogeriemarktbetreiber finden, würde der Investor eine entsprechende Erweiterung vornehmen“, heißt es von der Stadt . Ein größerer Drogeriemarkt wäre wohl nicht genehmigungsfähig. (jus)

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