Große Qual für Top-Platzierung

Feuerwehrsportler üben für die British Firefighter Challenge

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Auf Kalas Hof der Qualen: Karsten Kohrs (links) und Martin Hebenstreit (rechts) feuern Axel Fegebank beim Schlauchziehen bergauf an.

Nienhagen. Laute Schreie der Anstrengung hallen durch Nienhagen. Niemand kümmert sich darum, denn die Nachbarn scheinen sich daran gewöhnt zu haben, wenn auf „Kalas Hof der Qualen“ wieder Übungszeit ist.

Ein knappes Dutzend Feuerwehrsportler gehen regelmäßig bei Karsten Kohrs, genannt Kala, bis an ihre Leistungsgrenzen. Dieses Mal bereitet er sich zusammen mit Axel Fegebank und Martin Hebenstreit auf die erste British Firefighter Challenge vor, die Ende des Monats in Nottingham stattfinden wird.

Statt drei Etagen rennt er in voller Montur dreimal die Außenleiter hoch und stemmt mehrmals ein 20 Kilogramm schweres Gewicht (statt Schlauchpaket). Anschließend schlägt er mit einem schweren Hammer einen 80 Kilogramm schweren Metallklotz anderthalb Meter weit, bevor er einen Feuerwehrschlauch über seinen Hof den Berg hinauf zieht.

„Durch die Steigung ist es bei mir schwerer als es in Nottingham sein wird“, sagt Kohrs und ergänzt mit einem Lächeln: „Blut im Training erspart Schweiß im Wettkampf“. Schließlich trägt er noch vier 30 Kilogramm schwere Kanister 25 Meter weit und einen 85 Kilogramm schwerer Puppe („Dummy“) über die gleiche Distanz ins Ziel.

„Angefangen hat alles 2011 mit Thomas „Opa“ Ziajas Wettkampf Europas-Challenge in Hardegsen. Da wurde ich wie viele andere in Südniedersachsen und Nordhessen vom Feuerwehrsport infiziert“, sagt der 43-jährige Kohrs, der auch an anderen Wettkämpfen wie dem Toughest Firefighter Alive (TFA) in Mönchengladbach und beim Berliner Firefighter Stairrun teilnimmt. „Durch mein Training lasse ich viele ungeübte Jüngere hinter mir“, sagt Kohrs, der als Industriemechaniker bei ETT arbeitet.

Auch Axel Fegebank wurde vor fünf Jahren durch Opas Wettkampf angesteckt. „Seit ich regelmäßig für die Wettkämpfe übe, bin ich noch fitter geworden“, sagt der Gladebecker, für den Laufen und der Feuerwehrsport ein Ausgleich zu seinem Beruf als Vertreter ist, bei dem er lange im Auto sitzt. „Bei Anstrengungen schnellt der Puls rasend schnell hoch, erreicht danach aber schneller den Ruhepuls.“ Auch bei Feuerwehreinsätzen unter Atemschutz habe das Training Vorteile. „Ich kriege nicht so schnell Panik, weil ich noch Kraftreserven habe“.

„Die Berichte über die Europas-Challenge in der HNA haben mich neugierig gemacht“, sagte Martin Hebenstreit. Der 35-jährige Kammerborner Vize-Ortsbrandmeister übt wöchentlich in Nienhagen und absolviert mehrmals die Woche ein Ausdauer- und Krafttraining. „Mein Ziel ist es, in Nottingham vorne mitzumischen“, sagt Hebenstreit, der im wahren Leben bei den Uslarer Stadtwerken arbeitet. „Seit ich trainiere, habe ich mehr Kraftreserven“, freut sich der Kammerborner.

Alle drei starten für die David-Ziaja-Stiftung, in Gedenken an Thomas Ziajas verstorbenen Sohn. Für ihre Kosten kommen die Sportler selbst auf. Einen Sponsor haben sie noch nicht.

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