Sorgen seien hausgemacht

Kritik von der DLRG wegen fehlendem Personals im Moringer Flaakebad

Moringen. Sind die Personalsorgen des Moringer Flaakebads? Wenn es nach Guido Zillmann, technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe und Mitglied des Fördervereins Flaakebad, geht, ist das der Fall.

„Alle Angebote, die wir der Stadt gemacht haben, um den Ausfall des Schwimmmeisters zu kompensieren, wurden von der Verwaltung abgelehnt“, ärgert sich Zillmann. Die Politik werfe den Moringer Bürgern gern vor, sie würden sich für ihr Freibad nicht engagieren – jetzt wolle man etwas tun und in einer Notsituation helfen, und bekomme zum Dank nur Absagen.

Hintergrund: Weil Schwimmmeisterin Dagmar Lachmann derzeit allein im Bad tätig ist und ihr regelmäßig ein freier Tag zusteht, auf dessen Einhaltung die Stadt auch penibel achtet, musste das Freibad in dieser Woche einen Tag geschlossen bleiben.

„Das hätte nicht sein müssen. Zwei Rettungsschwimmer wären bereit gewesen, den Dienst an diesem Tag zu übernehmen“, sagt Zillmann. Laut Frank Breihaupt liege jedoch genau hier das Problem: Die beiden DLRG-Kräfte verfügten nicht über die erforderlichen technischen Kenntnisse, die unter anderem für die Chlorgasanlage des Bades vorhanden sein müssen. Daher habe die Stadt das Angebot abgelehnt, erklärt der Stellvertreter der Bürgermeisterin.

„Wir als Stadt haben für uns festgelegt, dass immer eine Fachkraft mit entsprechenden Kenntnissen im Bad anwesend sein muss. Die zweite Aufsichtsperson kann dann auch ein Rettungsschwimmer sein“, erklärt Breithaupt. Eine bindende Richtlinie gebe es hierfür allerdings nicht.

Zwei Ersatzkräfte aus den Freibädern in Northeim und Einbeck verfügten zwar über die nötigen Fachkenntnisse. Wann und ob sie aushelfen können, erfahre die Stadt jedoch immer erst sehr kurzfristig. Eine langfristige Planung sei daher nicht möglich, so Breithaupt. 

DLRG darf nicht alles

Warum helfen die Rettungsschwimmer der DLRG nicht aus? Eine Frage, die viele Moringer in der aktuellen Diskussion um das Flaakebad beschäftigt. Was logisch klingt, ist jedoch nicht so einfach, denn die Rettungsschwimmer dürfen die technischen Aufgaben im Bad nicht übernehmen. 

„Die Stadt hat einen Vertrag mit der DLRG in dem vereinbart ist, dass die Rettungsschwimmer sich aus der Technik des Bades strikt heraushalten“, erklärt Frank Breithaupt.

 Ein weiterer Knackpunkt: Würden zwei Rettungsschwimmer den Dienst im Flaakebad machen, würden sie auch das Hausrecht übernehmen. Bei einem Schadensfall wären sie jedoch nicht über die Stadt Moringen versichert. „Und schon hätten wir die Frage, wer eigentlich in so einem Fall zuständig ist“, erklärt der Kämmerer. Davor wolle die Stadt Moringen sich schützen.

Rubriklistenbild: © Hubert Jelinek

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